Beowulf

Aus Epen-Zirkel-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Version: 20 (für Wiki angepasst)


Symposien

28.2.2008

Themen: Epos, Stabreim.

Lesen: Bis V606. (Lehnert)


26.3.2008

Lesen: Bis V1062. (Lehnert)

Met von Matthias.


9.4.2008

Lesen: Bis V1309.

Tiemo: Erzähltypologien.

Zum nächsten Mal: Tolkien-Text lesen!

Met ansetzen!


23.4.2008

Lesen: Bis V1650.

Met angesetzt! (Porto-Hefe)

Besprechung Tolkien-Text

Matthias: Methalle, Berserker.

Tobias: White über shadow-archetype (Grendl-Kampf)


7.5.2008

Lesen: Bis V2151.


21.5.2008

Lesen: Bis V2537.


4.6.2008

Lesen bis 3027.

Erste Kostung des Beowulf-Mets.


Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur

Fragen, Kurzeinträge

1. Um welches Wissen handelt es sich, welchen Zweck hat es und welche Form?


2. Inwiefern bedingen sich Form und Inhalt? Kann man sagen, was wichtiger ist?


3. Welche Typologien des Erzählens (Bierbank-Geplänkel, Epos, etc.) lassen sich erstellen, transformieren aus der Antike und bestehen zur Zeit formal-akademisch? Was ist keine Erzählung? Inwiefern unterscheidet sich ‚ich erzähle’ von ‚ich erkläre’? (Lukács: Romantheorie in Abgrenzung zum Epos. Lyotard: Struktur der Postmoderne, Zusammenbruch der Metaerzählung.) Was ist ein Epos und warum ist der Beowulf eins?


4. Was ist Met, und was gab’s noch? (Wein! War das Getränk namensgebend für die Pflanze (Vitis vinifera) oder umgekehrt?) Welche Rolle spielt Met im Beowulf?

- der Met wird in einer Halle getrunken, an Bänken sitzend. Genau und nur auf diese Halle sieht es Grendel ab.

- der Met gehört zum fröhlichen Zusammensein.

- Ist der Met dionysisch zu verstehen als verkörperter Gott, der sozusagen physisch genießbar wird?


Met oder Honigwein ist ein alkoholisches Getränk aus Honig und Wasser. Met ist nach Bier das älteste alkoholische Getränk und blickt auf eine Tradition von über 3.500 Jahre zurück. Da Honig auch als Konservierungsmittel Verwendung fand, war es nur eine Frage der Zeit bis zur Entdeckung des Mets. Bei genügend hoher Feuchtigkeit gärt Honig quasi automatisch.

Üblich ist ein Alkoholgehalt zwischen 11- 16 % ( ich tippe bei unserem Kellerbräu ja auf mindestens 17 % !).


Das Wort Met wird von dem indogermanischen Wortstamm „medhu“ für Honig abgeleitet. Durch die riesigen Wälder verfügten insbesondere germanische Stämme über viel Honig. Den Met stellten sie ursprünglich in spontaner Gärung – d.h. Honigwasser in die Sonne stellen - her. Später wurde die Herstellung natürlich verfeinert und es kamen Gewürze etc. hinzu. Die spontane Verwandlung von Honigwasser in ein berauschendes, wohlschmeckendes Getränk galt als Geschenk der Götter. Met fand daher insbesondere bei religiösen Handlungen rege Verwendung. Odin ( der „Begeisterte“) und Wodan ( der „Wütende“ ) waren auch Götter der Entgrenzung und der Ekstase. Durch diesen Status als „Göttertrank“ war der Genuss von Met denn auch gleichzeitig Kult- und „Opferhandlung“ ( wahrscheinlich wegen dem Kater am nächsten Tag ! ). Der Unterschied zwischen weltlicher und religiöser Feier bestand eigentlich nur darin, wem man den Met widmete.


Ansonsten war Met natürlich auch Alltagsgetränk und wurde auf diverse Arten verwendet,

u.a. bei Gastbewirtungen, als Grabbeigabe oder als wirksames Heilmittel bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen ( antibakterielle Wirkung von Honig ! ). Auch in den übrigen antiken Kulturen finden sich Honigweinprodukte. Die Griechen benutzen ihr „Melikraton“

( Gemisch aus Honig und Milch oder Wasser ) u.a. im Totenkult als Göttertrank. Die Römer

hatten mit dem „mulsum“ ebenfalls ein Honiggetränk – wobei sie in der Produktion dazu übergingen, Wein anstelle von Wasser zu verwenden (wie dekadent!).


Met wurde bis ins Mittelalter rege konsumiert. Durch den Zurückgang der Wälder ergab sich jedoch die Notwendigkeit der Bienenhaltung. Met wurde in der Herstellung damit teurer und aufwändiger. Durch den Aufstieg von billiger zu produzierendem Bier und Wein wurde der Met schließlich als „Massengetränk“ immer weiter verdrängt.


5. Wie wurde der Beowulf vorgetragen und rezipiert? Eventuell Hinweis auf die Bedeutung von Inhalt und Form.

- Das ist letztlich wohl unklar.

- Denkbar ist ein Vortrag als tatsächlicher Gesang mit Musik.

- Rahmen des Vortrags war wohl üblicherweise ein großes Fest, in dessen Verlauf der fahrende, fremde Sänger, der Scop auftrat. Seine Fremdheit eröffnet ihm die Möglichkeiten seiner sozialen Funktion: Er kann über seine literarischen Themen (alte) Werte vorstellen, sie der Gegenwart gegenüberstellen, kritisieren, in Frage stellen. Die Gemeinschaft kann darauf reagieren: Durch Aufnahme von Kritik und Weiterentwicklung, aber auch durch Positionierung und innere Festigung. - Schlimmstenfalls durch Verunsicherung und Auflösung.


6. Inwiefern ist der Stabreim flexibler in der Gestaltung als andere Reimformen (etwa der Endreim, der Hexameter usw.) und näher an der gesprochenen Sprache? Oder vielleicht doch unflexibler und weiter weg von Alltagssprache?


7. Welche Rolle spielen welche Gegensätze, etwa Lust-Freudlosigkeit, Ekstase-Weisheit, Leben-Tod, Freund-Feind, Moor-Halle, Gebrünnt-Ungebrünnt, Bewaffnet-Unbewaffnet, Bettgenosse-Bettgenossin, Mann-Frau, Met-Wasser, Betrunken-Nüchtern?

- Hrothgar sucht seine Bettgenossin direkt vor dem Grendelkampf auf (662-664)

- Beowulfs Kämpfer trinken fröhlich (643), dann wird ihnen bewusst, dass viele von ihnen bald sterben werden (690-696).

- Trinken, Schlaf, Kampf (1235ff.)

- 1467: vom Wein betrunken

- Tolkiens These beruht auf der Dialektik von Gegensätzen.

- 1397: Der Greis Hrothgar, der sich noch der Bettgenössin erfreut, und der (junge) Kämpfer Boewulf. Dann wird Beowulf selbst alt. Beide kämpfen ihr Leben mit den Monstern.


8. Inwiefern wiederholt sich etwas Epenhaftes immer wieder in der Moderne? (Adorno: Mythos. Lektüre: Seine Interpretation des Odysseus-Mythos)


9. Welche Rolle spielen Geräusche, Gesang und instrumentelle Musik?


10. Warum hilft Beowulf erst so spät? (nach 12 Jahren Grendel-Attacken)


11. Wie ist nachzuvollziehen, dass immer wieder in der Halle getrunken und nach dem Trinken und Betrunkensein gegen Grendel gekämpft – und nicht vielmehr eine oganisierte Gegenwehr aufgebaut wurde? Ist Trinken hier: Vergessen der Gefahr, um sich überhaupt in die Gefahr begeben zu können? V477f.


12. Interessant erscheint das Verhältnis von kurzer Kampfszene mit Grendel und langem, auf uns ermüdenden Empfangsritual, als Beowulf und seine Mannen anlanden. Was bedeutet das Verhältnis und unser Unbehagen? V86-V497.

- auch der Kampf mit Grendels Mutter ist kurz.1251-1309.


13. Welche Rolle spielen Zahlen, Rhythmen und Rituale? 12 Jahre Grendel-Attacken, 13 Gefolgsleute beim Drachenkampf, 14 Gefährten usw.

- Willkommensritual des Beowulf-Schiffs am Strand

- Warten-Kampf-Jubel (Grendel-Kampf)

- Kampf-Gaben (Grendel-Kampf)


14. Welche Rolle spielen welche Waffen? Was zeichnet einen guten Krieger aus?


- zentral ist das Schwert. 676. 1144.

Doch ist das Schwert auch eine Waffe, die in entscheidenen Momenten versagt, etwa das Hrunting-Schwert im Kampf mit der Mutter.


Das Schwert war zu germanischen Zeiten wegen des hohen Eisenbedarfs eine eher seltene, und aufgrund ihres Wertes den Besitzer auszeichnende Waffe, des weiteren im Kampf hoch effektiv. Gute Schmiede waren bei den Germanen selten und Eisen recht knapp.


- 1457: Hiebschwert Hrunting (Mutter-Kampf, von Unferth)

- 1558: Riesenschwert (Mutter-Kampf)

- Linie der Degeneration nach Rogers (1955):

Grendelkampf unbewaffnet, Mutterkampf mit Schwert, Drachenkampf in voller Rüstung;

Was zeichnet also einen guten Krieger aus? „Maegen“, also Kraft, Stärke, vielleicht: Gottvertrauen - und jedenfalls nicht die Art der Bewaffnung

- Schwert eventuell auch Symbol männlicher Potenz (siehe zu 26.)

- Kain hat Abel (laut Beowulf 1262) mit dem Schwert erschlagen. Die Bibel weiß das noch nicht. (Hinweis von Rogers (1955))

- den Drache tötet das „eiserne Schwert“ Wiglafs, das Riesenschwert, das „Hämmer“ schufen“: „Denn die eisernen Schneiden der Schwerter hatten ihn [den Drachen] vernichtet, die harten und hiebscharfen, der Hämmer Erzeugnis …“ (2828-9)

- Axt: keine besondere Waffe


- Leitbild Berserker (nackt, „betrunken“)?


In den germanischen Kulturen war der Kämpfertyp des „Berserkers“ unter verschiedenen Bezeichnungen allgemein bekannt.


Das Wort selbst wird nach einheitlicher Meinung von dem altnordischen „Serkr“ für Gewand oder Rüstung abgeleitet. Ob der übrige Wortteil von „bar“, d.h. bloß, frei ( nackt), oder „björn“, d.h. Bär, stammt ist umstritten.


Bereits in der „Germania“ des römischen Historikers Tacitus wird von rasenden Kriegern berichtet, die nur für den Kampf leben und trotz vieler Wunden weiterkämpfen. Diese „Schlachtenraserei“ versetzte die diszipliniert kämpfenden Römer immer wieder in Erstaunen und schürte das Angstbild des überlegenen Kriegers, der sich ohne Rücksicht auf die eigene Person der Vernichtung des Gegners hingibt. Der Kampf ohne jede Rüstung betont wie in der keltischen Kultur den eigenen Todesmut und die Verachtung gegenüber dem Gegner ( so tritt Beowulf Grendel in Heorot nackt entgegen ).


In diversen nordischen Sagas wird von Berserkern berichtet, welche häufig auch in Bären- oder Wolfsfelle gehüllt auftreten. Anfangs gelten diese durchweg als geliebte Söhne der Götter, insbesondere Odins. Die Vorstellung der Freuden von „Walhalla“ erklärt die Todesverachtung der Kämpfer. Ein Krieger muss in einem ehrenhaften Kampf gegen einen gleichwertigen Gegner sterben. Nichts ist gefürchteter als der „feige“ Betttod “ ( der Tod von Beowulf im Kampf gegen den Drachen stellt somit quasi ein „happy end“ dar).


Fast wie bei den Archetypen vom „warrior“ und „anti-warrior“ wandelte sich jedoch der Berserker bald vom Held zum Unhold. Da die kultischen Handlungen der Berserker, ihr Auftreten in Tierfellen und die für den Kampfrausch verwendeten unbekannten Tränke ( der Fliegenpilz heißt in Island übrigens „Berserkjarsveppur“ ) der übrigen Bevölkerung zugleich unheimlich erschienen, wandelte sich das Bild mit der Christianisierung zunehmend ins Negative. Der Berserker erscheint nun wie ein „Werwolf“ bzw. „Werbär“, er galt als vom Bösen besessen ( „Kains Erbe“) und entsprechende Praktiken wurden verboten.


Entsprechend der unterschiedlichen Sichtweisen sind in den nordischen Sagas ( D. Beard : „The Berserkir in Icelandic Literature“) sieben verschiedene Berserkertypen in ihren Abstufungen von Gut nach Böse festzustellen.


Auf der einen Seite der „Typ 1“, der wie Beowulf ein in der Bevölkerung verehrter, geradezu unüberwindlicher Kämpfer ist ( „Kraft von 12 Kriegern“ ). Trotzdem oder gerade deswegen bleibt er jedoch stets ein Außenseiter. Der „Typ 2“ ist ähnlich, steht jedoch durch die Begleitung von 12 Kameraden näher an der Gesellschaft und erscheint eher als Elitekämpfer bzw. „Garde“ zum Schutz von König und Volk. Während sich „Typ 3 und 4“ durch zunehmende Arroganz und unkontrollierbaren Zorn langsam zum Negativbild wandeln, ist „Typ 5“ bereits ein schädlicher Außenseiter, der nicht durch Kampfeskunst sondern von Natur aus ( wie Grendel ) unverwundbar ist. „Typ 6“ ist der Antipart zu „Typ 2“, indem er 12 ebenso verderbte Spießgesellen mit sich führt. Der „Typ 7“ ist ein geradezu unmenschliches, unverwundbares Wesen in Form eines Gestaltwechslers oder Trolls (!), der außerhalb der Gesellschaft steht und dieser Schaden zufügt.


Damit entsprechen Beowulf und Grendel den jeweiligen extremen Gegenbildern des „Berserkers“. Zugleich sind Grendel und Beowulf jedoch – entsprechend einiger Textpassagen - hierdurch bis zu einem gewissen Grad auch Brüder im Geiste. Indem Grendel Heorot angreift, greift er die Gesellschaft an ( siehe Methalle ), Beowulf verteidigt sie.


15. Gibt es das Bild eines guten Menschen im Beowulf? Was kann er?


16. Welche Phantasmen organisieren Handlungen („Ich, der Held“ usw.)?

- Warum muss der Held immer oder letzten Endes alleine Kämpfen. Deutsclich wird dies vor allem im Drachenkampf. Keine organisierte Gegenwehr, sondern Einzelkampf des alten Helden mit dem Drachen. Unterstützt dies Jungs archetypische Lektüre von Epen als Erzählungen über Individuations- und Sozialisierungsphasen?


17. Ironie oder nur Stil (Variation, Stabreimzwang, siehe Lehnert 14 und 19)?

- Nord-, Süd; etc.-Dänen.


18.Verflochtene Geschichten (Lehnter 12) oder eher klare Erzählstruktur und aufeinander aufbauende Handlungsabläufe?


19. Was heißt Freude im Beowulf?

- 642-3: Gemeinsames Trinken vor Grendels Kampf.

- 721: Grendel: von Freuden beraubt.


20. Wieso geht Hrothgar einfach vor dem Grendel-Kampf zu seiner Bettgenossin schlafen? 662-665.


21. Fragen zum Grendel-Kampf 710-836, sowie später Enthauptung in der Mutter-Höhle (1575ff.):

- Warum ist der Arm entscheidend?

Vgl. german. Götterwelt: Der Rechtsgott Tyr verliert die Schwurhand durch den Fenris-Wolf.

Der Fenriswolf (auch Fenris, Fenrir, Fenrisulfur) ist in der germanischen Mythologie neben Hel und der Midgardschlange das erste Kind des zwielichtigen Gottes Loki und der Riesin Angrboda. Vermutlich hängt der Name mit dem altnordischen Wort Fen (Sumpf) zusammen. (Wikipedia).

Hier ist es scheinbar umgekehrt: Das Monster reißt dem Held die Hand ab.

- Ohne den Arm kann Grendel nicht greifen? Aber er könnte doch mit dem anderen greifen. Beide Arme sind mit Klauen versehen (738).

- Warum kommt es allein auf den festen Griff Beowulfs an, der sozusagen zurückgreift, nachdem Grendel nach ihm griff? Warum keine Finessen?

- Warum muss einer vorher sterben, und warum sieht Beowulf einfach zu?

- Warum kann Grendel nicht von Schwertern verletzt werden?

Vgl. german. Götterwelt: Es ist keinem Material gestattet, Baldur zu verletzen.

- Inwiefern kann man die Szene vor dem Grendel-Kampf mit dem Einschlafen der Jünger in Gethsemane vergleichen? Jesus erwartet die Kreuzigung, Beowulf ein Ruhm-bringender Kampf. Beowulf fordert keinen zum Wachen auf, legt sich selbst hin. Die Jünger und die Kämpfer schlafen, allein Jesus und Beowulf wachen. (729)

- Kann man das augenblickliche Fühlen der Kraft Beowulfs mit einer biblischen Teufelsaustreibung vergleichen? (750)

- Ist der Waffenverzicht Beowulfs Fairness oder Größenwahn?

- Oder gar nur Kalkül, weil er vielleicht um die Unverwundbarkeit Grendels durch Eisen weiß? (Wenn man bestimmte Verse („Sie hassten einander solange sie lebten“, „So kämpfen wir, der Verhasste gegen den Verhassten“) im Sinne einer Bekanntschaft oder gar Verwandtschaft der beiden deutet, bekommt Beowulfs Protzrede ein anderes Gesicht.)

- Oder vielleicht „Gottvertrauen“? (Vgl. Rogers 1955)

- Grendel redet nicht in der Methalle. Kann er sprechen?

- Ist Grendel deutlich als Mann ausgewiesen?

- Was für ein Monster ist Grendel? (Gott-Mensch-Hybrid etc.)

- 1590: enthauptet Beowulf.

- Grendel, Gottes Widersacher 1682.


22. Welche Rolle spielt das Schicksalsgewebe? (697)

- schicksalsgemäß handeln und sterben. 1074.

- das Schicksal ist hold. 1665.

- siehe: Kampf gegen den Drachen 2538-2709. Beowulf spürt, dass das Schicksal gegen ihn entscheidet, Drache und Beowulf sind vom Schicksal geschlagen.


23. Feuer als Nichtung alles Daseienden

- „Die Lohe verschlang alle.“ 1122

- Drachen-Feuer


24. Welche Rolle spielt die „Methalle“?

- immer wieder Zentrum entscheidender Ereignisse (Freude, Monster-Kampf, Gemeinsamkeit, Vortrag einer Erzählung). 1089, 1092


Die Methalle war in den germanischen Kulturen von zentraler Bedeutung. Die Stämme lebten aufgrund der teilweise kargen Böden und unterentwickelten landwirtschaftlichen Techniken meist „halbnomadisch“. Sobald nach ein paar Jahren ( abhängig von der Qualität des Landes ) die Böden ausgemergelt waren, zog man an einen anderen Platz. Schon die frühen Römer bekamen mit dem Zug der Kimbern und Teutonen einen ersten Vorgeschmack auf diese notgedrungene Wanderlust germanischer Stämme. Gebäude aus Stein waren daher bei den Germanen trotz dem Vorhandenseins entsprechender Materialien unüblich. Vielmehr wurde in der Regel Holz zum Hausbau verwendet. Größere Gebäude waren selten. Die Stammes-

versammlungen wurden unter freiem Himmel an markanten Plätzen und Orten abgehalten. Reine Sakralbauten fehlen ebenfalls. Vielmehr werden Moore und Haine als religiöse Orte mit entsprechenden Materialien „ausgeschmückt“.


Somit war das größte Gebäude in einer typischen Siedlung die Halle des herrschenden Stammesfürsten. Sie war jedoch nicht dessen Wohnort, sondern stand als eine Art „Residenz“ für das „Volk“ offen - mit Ausnahme von Frauen, unfreien Bauern und Sklaven.


Da ein freier Bauer in der Regel auch zugleich Krieger war, handelte es sich somit quasi um den Versammlungsort der Krieger. Die Frau des Stammesfürsten durfte als einzige Frau offiziell an den Versammlungen in der Halle teilnehmen. Met war das zentrale Getränk bei allen weltlichen und religiösen Anlässen ( s.o. ). Damit wird klar, dass es sich bei der „Methalle“ nicht um eine Art „Kneipe“ gehandelt hat. Vielmehr stand sie in ihrer Größe und Ausstattung für die Macht und den Einfluss des Stammes und seines Anführers. Jeder Angriff auf die Halle war ein Angriff auf das „Herz“ dieser Gesellschaft.


In der Halle fanden Kriegerversammlungen, Gastbewirtungen, religiöse Kulthandlungen im Zusammenhang mit dem Genuss von Met ( s.o. ) und weltliche Feierlichkeiten aller Art statt.

Im Rahmen von Siegesfeiern wurden hier die Belohnungen an die Krieger verteilt. Hier zeigte der Anführer seine Freigiebigkeit. Sänger und Händler zogen von „Halle“ zu „Halle“ und verbreiteten so Lieder, Gedichte und Nachrichten.


Entsprechend diesem zentralen Stellenwert der Methalle war in der germanischen Religion das Totenreich in verschiedene Hallen aufgeteilt. Während man nach dem gefürchteten Tod im Bett in „Hel“ endet, werden die im ehrenhaften Kampf gefallenen Krieger von Walküren nach „Walhalla“ gebracht. Dort warten sie bei Met und Feiern auf den Endkampf gegen das ultimative Böse beim Weltenbrand ( „Ragnarök“ ).


25. Christliche Elemente

- wirken nur punktuell eingesetzt, nicht eingewebt. Vgl. 1261 (Kain-Grendel)

- These von Rogers (1955): Der Autor will sagen: Alles menschliche Streben ist eitel, ist wertlos. Veranschaulicht werde das in der Degenerationslinie der drei Monsterkämpfe:

Grendelkampf unbewaffnet, ohne materielle Gegenleistung, in Reaktion auf Gewalt;

Mutterkampf mit Schwert, mit Schatz, gegen weniger böses (weil in den Motiven verständlicheres) Monster;

Drachenkampf voll gerüstet, um einen Schatz, gegen bisher passives (friedliches?) Monster;Auch die Einschübe zu Siegfried und Finn zeigten: Alles Streben ist eitel.


26. Grendels Mutter: Zwei Kampfszenen!

- 1: in der Halle Heorot 1251-1309: sie ist nur eine „schwache“ Frau, kann es mit vielen „Kämpfern“ nicht aufnehmen (auch wenn sie einen hinwegrafft), es ist für sie eine „todesmutige Tat“, sie „flieht“ vor den „Kämpfern“, Beowulf ist gar nicht anwesend. Kämpft ohne Waffen, aber ohne nähere Charakterisierung. Bewohnt „Wasserwüsten“. Sie „dringt in das Innere ein“ (Halle). Sie ist „freudlos“.

- 2: im Moorsee 1492-1590. Ausgiebige Kampfszene, detailliert. Beowulf stracuhelt dabei, ist ermattet. Mutter greift nach Beowulf, zieht ihn unter Wasser in ihre Höhle (warum erwürgt sie ihn nicht im Wasser?. Der Kampf beginnt auf dem Seegrund, den Beowulf erreicht, als er „von oben“ abstieg. Sie hat Krallenhände, die Beowulfs Harnisch/Kettenhemd nicht durchdringen. Bewoulfs benutzt Unferths Schwert, es zerricht, dann ein in der Höhle hängends Riesenschwert, mit dem er sie tötet (warum hängt das Schwert dort einfach so?). Besonderer Harnisch (1450). Mutter vewendet erst später in der Höhle ein Schwert (1544). Beowulf „hieb ihr auf den Hals, dass es hart einschnitt, die Halswirbel zerschlug. Das Schwert durchdrang den zum Tod bestimmten Körper. Sie stürzte zu Boden. Blutbefleckt war das Schwert. Beowulf freute sich über die tat.“ (1565-69). Mutter wird nicht enthauptet, nur Grendel. Kein Zeichen zum Beweis des Todes der Mutter. Beowulf kämpft ungesehen in der unterirdischen Höhle, die durch grelles Licht erleuchtet wird und auch „Saal“ genannt wird.

Ungesehen: das nicht-öffentliche dieses Kampfes erlaubt auch das Gedankenspiel, dass sich im Verborgenen etwas ganz anderes abgespielt hat. Schwert, stumpfes Schwert, Schwert welches den Gegner bricht dann eventuell als erotische Symbolik. (Auch Brunhilds ungeheure Kraft wird von Siegfried durch Raub der Jungfräulichkeit gebrochen - wenngleich Grendels Mutter (da Mutter) nicht jungfräulich ist.)


27. Beowulf – „Herr der Ringe” (Tolkien) 1507; 2245

- 1522: Das Hrunting-Schwert trägt Ringzeichen, 1459: mit Schnörkeln verziert.

- der „Ring“ (aber was für einer? Fingerring?) ist ein wertvolles Geschenk 1719

- „Ringe und Reich“ als Herrschaftssymbole 2370

- Ringe als Gabe an die Krieger 3009


28. Blut.

- 1417, 1423: das Moorseewasser brodelt von heißem Blut, ist blutig.

- 1460: Schneide von Hrunting-Schwert gehärtet mit Heldenblut.

- 1605-06: Das Riesenschwert schmilzt durch das Mutter-Blut. („wie ein Zapfen von klarem Eis“, hier ist das Blut also kalt?) Ich denke, das Schwert schmilzt wie Eis im (heißen) Blut.

- 1668: Kochendes Kampfblut

- 2693 (der verletzte Beowulf): „Und Lebens. und Wundenblut wallte aus ihm in Stößen …“


29. Was ist ein „Ungeheuer“?

- im Moorsee gibt es viele Ungeheuer (Schlangen, Seeungeheuer, Drachen). 1425ff.

- Der Feind Gottes - dessen Mutter - ein in Notwehr handelnder Lindwurm


30. Die Kopf-Trophäe ist wichtig (Grendel 1590, Aeschere 1421).


31. Wer ist Unferth?

Auch wenn man seine Auftritte dramaturgisch rechtfertigen kann (Skeptiker-Folie für Beowulf, erster Empfänger von Beowulfs Freundlichkeit nach Hrotgars Demut-Rede), käme unser Epos gut ohne ihn aus. Die Figur wirkt für mich sehr konstruiert, sehr aufgeladen, auf die Geschichte aufgesetzt - vielleicht in Adaption wichtiger älterer Motive oder Figuren, und dann verknüpft mit neueren, christlichen Gedanken (er ist Brudermörder, wie Kain).


32. Welche Rolle spielt das Übermut- oder Hybrismotiv in Verbindung mit dem Altern-Motiv? Vor allem: Rede Hygelacs 1700ff.

Das Motiv kann sowohl christlich (Demut) als auch antik (Aischylos: Perser etc., Vergil) gelesen werden. Hygelacs Rede leitet die Wendung vom aufsteigenden jungen Kämpfer in den alternden Führer Beowulf ein. Hygelac spricht als ein „Weiser“ (1698), wird aber zugleich als stark gealteter „Greis“ dargestellt. Das Alter ist aber meist negativ dargestellt (Schwachheit, Krankheit, Erblinden). Hygelacs Altern kontrastiert mit Beowulfs ersten beiden Monster-Erfolgen. Das Altern erfährt in dieser Hinsicht eine sehr realistische, freudlose Perspektive in Beowulf (1766: schreckliches Altern), die Jugend hingegen wird gefeiert, mit ihr die Stärke und die Sauf- und Bettkraft. Weisheit scheint nicht mehr und nicht weniger als Erfahrung, die vor allem aus weiser Rede, also mündlicher tradierter Weitergabe von über Generationen sedimentierter und kondensierter Erfahrung besteht.


33. Was bedeutet Sterben/der Tod?

Der Tod scheint absolute Nichtung, er überwältigt, im ungünstigen Fall durch Altern (1766-1767). Matthias erwähnt den Bezug zu altgermanischen Vorstellungen des gefürchteten Betttodes. Also: keine transzendentale Dimension´, Walhallah oder christliche Renaissance im Himmel?

- 2890-1: „Der Tod ist besser Für jeden edlen Menschen als ein ehrloses Leben.“


34. Wofür steht der schwarze Rabe?

- 1800: „Bis der schwarze Rabe mit seinem Ruf das Himmelslicht Herzensfroh ankündigte.“ Ist das ein Zeichen der Wende der Geschichte, Bewoulf kehrt Heim und geht seinem Ende (der Drache, das Alter) entgegen?

- 3024-3026: Der Rabe atzt die toten Kriegerkörper. Zusammen mit dem Wolf. Der rabe erzählt dm Adler von seinem Mal.


35. Drachen-Kampf 2538-2709

- Bezeichnung: 2519: wyrme; 2712: draca

- Der Drachenkopf speit Feuer, das so heiß wie das Blut der Mutter ist. Der Drache wird später als fliegender Drache bezeichnet 2830.

- Das ererbte Schwert Nägeling versagt, zerbricht 2575-2580, 2680. Der Schild schützt jedoch (2570), erst Wiglafs Riesenschwert verletzt den Drachen am Bauch 2700, dann zerteilt Beowulf den Drachen mit einem Dolch 2703-2704. Das Beowulf letzten Endes den Drachen durch einen nicht weiter ausgezeichneten Dolch tötet, befremdet. Braucht er durch seine Kraft keine andere Waffe, oder ist der Drache eigentlich schon durch das Riesenschwert tot, und Beowulf erhält noch einen letzten Ehreneinsatz? 2904: „Neben ihm liegt sein Lebensfeind Von Dolchwunden geschlagen. Mit dem Schwert konnte Beowulf Auf keinerlei Art dem Unheilstifter Eine Wunde beibringen.“

- Der Erzähler deutet früh an, dass Beowulf den Kampf nicht überleben wird 2574-2575

- Beowulf schreit, als er doe Gluthitze des Drachenfeuers spürt, der Ruf/Schrei entzündet den Zorn des Drachens 2550-2555

- Irritierend wirkt hierauf der Satz 2555-6: „Keine Zeit blieb mehr, Um Freundschaft zu fördern.“ (zwischen Beowulf und dem Drachen)

- 2564-5: „Schrecken empfand Vor dem anderen jeder der beiden auf Unheil Bedachten.“

- 2568: Der Rache rollt sich zur Kampfvorbereitung zusammen. Ist immer wieder „gekrümmt“ 2827.

- 2562: es geht wieder um einen Zweikampf.

- den Drache tötet das „eiserne Schwert“, das „Hämmer“ schufen“: „Denn die eisernen Schneiden der Schwerter hatten ihn [den Drachen] vernichtet, die harten und hiebscharfen, der Hämmer Erzeugnis …“ (2828-9)

- Der Drache und Beowulf sind vom „Schicksal“ geschlagen.

- Der Drachenbiss ist giftig.

- Des Drachen tödlicher Biss setzt „am ganzen Hals“ an. 2691.

- Der Drache hat ein scharfes Gebiss. 2692.


36. „Sippengefühl“ verbindet im Kampf. 2600 (Beowulf-Wiglaf)


37. Riesen spielen immer wieder eine wichtige Rolle, sowohl als Herkunftsvolk der Monster Grendel und Mutter, als auch als Erbauer von Hallen (Drachenhalle), Fertiger von Schätzen und vor allem von Schwertern, die allein Monster töten (Mutter- und Drachenkampf).

38. Schlüsselstellen (auch in Englisch lesen) - Juxtaposition Freude-Kampf-Schlafen 1159b-1309. (Puls-Motiv, Gegensatz-Motiv)


Vergleiche mit anderen Erzählungen und Topoi

1. Vergleich: Grendel-Beowulf-Kampf mit Goliath-David-Kampf (Orchard 2003, 144)


2. Vergleich: Drachen-Beowulf-Kampf mit Midgard-Thor-Kampf (Orchard 2003, 119-123)


3. Vergleich des Handschuh-Motivs in Beowulf (2085-2088: Grendel trägt einen Handschuh, der so groß ist, das er Beowulf darin einschließen will) mit der späteren Snorrschen Beschreiung von Thor, der im Handschuh vom Giganten Skrýmir sitzt. (Orchard 2003, 121-122)



Übergreifende Thesen

1. These: Der Epos leitet sich aus der Vorzeit her, mit der sich der Rezipient identifiziert oder in die er sich einreiht, während das Genre Science Fiction im Rahmen der sich aus sich selbst begründenden Moderne Zukunft entwirft.

Ergänzungsthese: In diesem Sinne ist Star Wars kein Science Fiction, sondern Epos. Hier wird nicht eigentlich Zukunft entworfen. Vielmehr bedient die ganze Struktur des Werks exakt unsere Erwartung an eine Darstellung der Vorzeit.

Antwort [Tobias]: Ja und nein. Nein deshalb, weil die zeitliche Stellung des Rezipienten zur Zeitform der Erzählung im klassischen Epos und im Science Fiction gegensätzlich ist. Dies kann natürlich wiederum als Fiktion interpretiert werden.


2. Die Erzählung ist auf Freude zentriert, die sinnlich-ekstatisch (Met, Bettgenossin), gemeinschaftlich (Gefährten, Halle) und widerständig (glorreicher Kampf gegen die freudlosen Monster und Honorierung) bestimmt ist. Freude muss gegen das Dunkle der Welt immer wieder erkämpft werden. Aus der Freude fließt die Kraft, sich einem Kampf zu stellen, der nicht zu gewinnen ist, und der nur einen Aufschub gegen den Untergang (Tod, Alter) bedeutet. Freude muss daher immer wieder zelebriert werden. Vgl. etwa 1240 (Halle: Freude, Kampf, Tod, Schlaf) mit 1275 (Monster: aller Freuden beraubt).


3. Deutsch ist dichter am Altenglischen, als Englisch am Altenglischen.


4. Tolkien 1968, 30: „The gods [of Northern tales] are not the allies of men in their war against these or other monsters. The interest of the gods is in this or that man as part of their individual schemes, not as part of a great strategy that includes all good men, as the infantery of battle. In Norse, at any rate, the gods are within Time, doomed with their allies to death. Their battle is with the monsters and the outer darkness. … When Baldr [Edda] is slain and goes to Hel he cannot escape thence any more than mortal man. … [the southern gods of the Ancient Greeks] are timeless and do not fear death. Such a mythology may hold the promise of a profounder thought. In any case it was a virtue of the southern mythology that it could not stop where it was. It must go forward to philosophy or relapse into anarchy. For in a sense it had shirked the problem precisely by not having the monsters in the centre – as they are in Beowulf to the astonishment of the critics. But such horrors cannot be left permanently unexplained, lurking on the outer edges of and under suspicion of being connected with the Government. It is the strength of the northern mythological imagination that it faced this problem, put the monsters in the centre, gave them victory but no honour, and found a potent but terrible solution in naked will and courage. … we may remember that the poet of Beowulf saw clearly: the wages of heroism is death.” [Cf. ibid., 25. „‘The winning side is Chaos and Unreason’ [The Dark Ages, 57] – mythologically, the monsters – …]


Dagegen Orchard 2007, 66-67: Monster wie Grendel sind ambivalent strukturiert, regen auch zum Mitleid an und weisen viele Analogien mit Menschen auf (Einsamkeit, Ausgestoßenheit, Menschengestalt, Rache, Suche nach Freude, Lust). Orchard geht auch auf die Ambivalenz Grendels als Träger von Gottes Zorn und Widersacher Gottes ein (710-713, hier wohl beide Lesarten möglich).


5. White, Judy Anne: Hero-Ego in Search of Self. A Jungian Reading of Beowulf. New York et al.: Peter Lang 2004. [D]


Interpretation nach Jung: Archetypen (1: certain instinctive data of the dark, primitive psyche … real but invisible roots of consciousness. 43: Kämpfe sind stages of individuation.)

a. Grendl fight, shadow archetype 8-37: Beowulf und Grendel sind beide Fremde für die Dänen, sie sind größer und stärker als alle, und dadurch auch unheimlich für alle. Beowulf ist der warrior, der sich in der Gesellschaft Respekt verschafft, sich regeltreu sozialisiert und sich dem Schicksal anvertraut. Er kämpft ehrlich. Grendel ist der anti-warrior, kommt überraschend in der Nacht, kämpft unehrlich, will selbst richten und sich keinem Schicksal anvertrauen, will sich nicht sozialisieren, ist kindisch-rebellisch, unkonform, flieht wie ein Tier aus der Halle, das allein sterben will, freut sich nur am Schmerz der anderen. Heorot symbolisiert den der Psyche inhärenten Konflikt zwischen sich Respekt verschaffendem Ich des warrior, der in Heorot aufgenommen wird, und kindisch-rebellischem, chaotisch-spontanem anti-warrior. Beowulf’s Nacktheit symbolisiert seine Bereitschaft, sich mit dem Schatten seines Kämpfer-Ichs unmittelbar zu konfrontieren.


b. Mutter-Kampf. 43-81

Während Heorot, die Halle, die äußere Welt von Beowulfs Psyche repräsentiert (social values), kämpft er gegen die Mutter in seiner inneren Welt, einer Höhle unter Wasser, als Symbol des Unbewussten. Amplifikation der Bedeutung des Kampfes: In Hrothgars Rede (1360ff) wird die Mutter zur unbekannt-mysteriösen und unermesslichen Größe des Bösen auf dem Grund des Meeres. Die Annäherung an die Mutter und ihre Höhle zeigt eine Durchgangsphase zu einer anderen Welt an, in die Beowulf allein gehen muss. Der Umstand, dass ein anderer Mann ein Seemonster tötet, zeig weiterhin an, dass Beowulf, der sich zuvor selbst mit der Tötung von Seemonstern in seiner Jugend gebrüstet hat, nun in eine andere Konfrontations- und Entwicklungsphase (Mannesalter, Reife) eintritt. [Das würde auch mit der Reaktion der äußeren Welt nach dem Kampf korrelieren, also Hrothgars Hybris-Rede] [White 59-60: Unferth immer als Kontrastelement: erst Abstoßung, wenn Beowulf kommt, dann Integration durch Hrunting-Schwert, wenn er allein gehen muss.] Nach der Schwimm-Szene, die Beowulf von allen anderen isoliert, ist es nicht Beowulf, der die Mutter wie Grendel packt, sondern die Mutter, die ihn ergreift. Doch Beowulf erscheint als erfahrener Kämpfer, ist durch seine Brünne geschützt. Da die Mutter ihn nicht durch ihren Griff töten kann, muss sie ihn in die Höhle ziehen. Die unausweichliche gleichgestellt-offene Konfrontation zwischen Ich und Anima oder Mutter-Archetyp wird darin deutlich. Die Mutter verteidigt auf dem Weg in die Höhle den durch ihren Griff hilflosen Beowulf gegen die angreifenden Seemonster (was allerdings eigentlich weder im deutschen, noch im englischen Text zu finden ist), genau so, wie eine Mutter ihre Söhne vor Konflikten mit der äußeren Welt beschützt, damit sie nicht unabhängig werden. In der Höhle angekommen, erscheint die Höhle als Anti-Heorot, Ort der Angst und des Dämmerlichts, nicht der Freude, wie das helle Heorot. Hrunting, das Schwert aus der Welt Heorots, ist hier ohne Zweck. Daher sucht Beowulf den ringenden waffenlosen Nahkampf, der wie ein sexuelles Vorspiel wirkt. Hier kommt neben dem Amazonen-Aspekt (Unabhängigkeit, Autonomie, Wildheit) auch der Hetaira (Gefährtin)-Aspekt der Mutter zum Ausdruck. (Sind das aber nicht eher Facetten des Weiblichen an sich, als solche des Mütterlichen?)

Beowulf gelangt an einen Punkt der Hilflosigkeit und Todeserwartung im Kampf. Nur durch Gottes Intervention [1553-1555: Holy God controlled the war-victory], also eine jenseists des Ich, kommt es zum Wandel des Kampfes durch ein mythisches Schwert aus der Vergangenheit der Mutter (die mit den Giganten verwandt ist), eine eigentlich ihr angehörende Waffe. Dann zerhackt und durchdringt Beowulf die Mutter (im Gegensatz zu Grendel) völlig. Nach Beowulfs symbolischen Tod vor dem Finden des Risenschwerts nimmt er nun, zusammen mit Grendels Kopf-Trophäe, einen festen Platz in Heorot ein, bereits durch den hellen Feuerschein in der Höhle (1570-72) angedeutet. Das Schmelzen des Schwertes nach dem Abschlagen von Grendels Kopf deutet White auch (unter dem Titel Kastration) als das Erlöschen der puren männlichen Kraft in ihm, die das Schwert (Penis) symbolisierte. Beowulf kann in die obere Welt des Ich und des Heorot nur noch den Griff mitnehmen, der ihn an seine Stärke erinnert. Letzten Endes geht White auf einen Vergleich zwischen Grendels Mutter und der Großen Erdmutter Tiamat aus dem Babylonischen Text Enuma Elish (1600 v. Chr.) ein. Tiamat wird mit dem Meer assoziert und als Herrscherin über das Unbewusst-Chaotische dargestellt (so wie die Beowulf-Mutter Grendel beherrscht), deren Vernichtung (durch den männlichen Gott Marduk) Ordnung bringt. Auch Blut, als Symbol für leben- und zugleich todbringende Kräfte, gehört zur Figur der Erdmutter.

[Kritik: Für eine Verteidigung von Beowulf gegen die Seemonster gibt es keine Textgrundlage. Die sexuelle Beziehung ist nur schwach belegt.]


c. Drachen-Kampf. The Self-Archetype. 84-112


Im Kampf mit dem Drachen stellt sich für White das etablierte Ich des Helden einem weiteren Horizont menschlicher Existenz, der Sterblichkeit und dem nahenden Ende, das zugleich allgemeiner Ursprung, Symbol des Unendlichen und Mütterlichen ist. Im Kampf mit dem Selbst kann das Ich sich vervollkommnen, zur Balance zwischen Ich-Erhebung als Widerstand gegen das Andere und als Einsicht in die Aufgabe des Ich im Tod kommen, eine Balance, die White auch an der Beziehung zwischen Beowulf-Held (das widerständige Ich) und Beowulf-König (das Ich, das Kontinuität nach seinem Tod garantiert) verdeutlicht. Der Drache ist ein besonderes Monster, ohne eigene Herkunftsgeschichte, nicht verflucht oder freudlos wie Grendel und die Mutter, weder weiblich noch männlich. Beowulf ähnelt dem Drachen. Wie der Drache ist er Hüter von Schätzen, unbesiegt, beide fürchten sich voreinander (2564-5). Beowulf ahnt die schwere des Konflikts, seinen Tod, in der Rede vor dem Kampf. Das Eintreten in die Höhle (2542) symbolisiert den Rückgang in das Unbewusste. Im Kampf spürt Beowulf früh, dass er durch den Drachen sterben könnte (2570-5). Beowulf fühlt Schmerz (2593-5). Der Kampf endet im Tod beider zugleich, des Selbst und des Ich, und in der Übergabe der Macht an einen neuen König, der sich würdig erwies. Der Tod des Beowulf stellt für White letzten Endes keine gänzliche Vervollkommnung, sondern einen zu starken Siegeswillen des Ich dar, das nicht siegen kann.


6. Im Text verschmelzen zwei literarische Archetypen des Berserkers (Grendel und Beowulf) mit dem von White analysierten (psychischen) Schatten-Archetypus.


7. Beowulf attestiert den Übergang des germanischen in einen christlichen Kontext. Der Text vereint in oft kontrastierender Weise beide Perspektiven: Mut zum Met, Tod als absolute Nichtung, nackter Wille gegen die übermächtigen Monster, nornischer Schicksalsglaube, Bettfreuden, und Demut vor Gott dem Schöpfer. Siehe hierzu etwa Orchard 2007, 72-79.


8. Beowulf ist keine Erzählung über ein Gleichgewicht zwischen Monstern und Menschen, sondern über einen beständigen Konflikt mit ihnen, ein Drohen von Fernem, und doch ganz Nahem, verbunden durch Spuren, die beständig zwischen Menschen und Monstern vermitteln und Unruhe bewirken (der Drache verfolgt die „Spuren“ des Räubers 2289, der Kelch ist selbst Spur der Freude, die Erinnerung an Grendels Überfälle tradiert Spuren im kollektiven Gedächtnis der Dänen, Beowulf vor dem Drachenkampf 2419-20: „Voller Gram war sein Herz, Ruhelos und zum Scheiden bereit“). Daher sind die fünfzig Jahre Regierungszeit von Beowulf vor dem Drachenkampf nur nicht weiter differenziertes Vorspiel der Aufdeckung des Ungleichgewichts (vgl. 1591ff.). Der Zufall, ausgelöst durch das, was zwischen den spannungsgebenden Herrscher-Polen Monster und Held das gänzlich Unbedeutende repräsentiert (der beherrschte Sklave, der kein „Dach“ hat, keine Höhle und kein Heorot, insofern Ausdruck der Unruhe) bringt durch den Raub die Wirklichkeit (die Macht der Monster) zum Vorschein. Diese Macht schlief sozusagen nur in einer Höhle. Geraubt wird das vom Freudlosen (Grendel, Drache) heiß Begehrte, der Trinkkelch (drynk-faeß) als Metbecher. Der Becher wandert zurück in die Halle, der Zyklus der erwachten Macht der Monster beginnt von neuem.


9. Beowulf ist eine Heldenerzählung, in welcher der Held einzeln und ganz auf sich gestellt gegen eine Übermacht (Monster) Individuations- und Sozialisierungsphasen durchläuft und meistert, bis ihn die Übermacht hinwegrafft (Tod). Daher sind die Monster-Kämpfe entscheidend.


10. Ein Epos ist eine stark stilisierte, auf wiederholten Vortrag ausgelegte Erzählung über ein Ereignis oder eine Serie von Ereignissen, denen eine große, Generationen-übergreifende kollektive Bedeutung zukommt, da sich normative, Lebenssinn und Gemeinschaft konstituierende Handlungscluster für eine Gruppe und ihre Individuen und verdichtete Erfahrungen oder Weisheiten aus ihnen ableiten oder auf sie anwenden lassen.


Literatur, Quellen Links

[D: digitalisiert]


Fortson, Benjamin W.: Indo-European Language and Culture. An Introduction. Malden (Ma.) et al: Blackwell Publishing 2004. [D: teils]


Lehnert, Martin: Beowulf. Ein altenglisches Heldenepos. Übertragen und herausgegeben von Martin Lehnert. (1. Aufl. 1968) Leipzig: Insel-Verlag 1988.


Orchard, Andy: A Critical Companion to Beowulf. Cambridge: Athenaeum Press 2003. [D: teils]


Orchard, Andy: ‘Beowulf and other battlers: an introduction to Beowulf’. In R. North & J. Allard (Hg.): Beowulf & Other Stories: A New Introduction to Old English, Old Icelandic and Anglo-Norman Literatures. Harlow et al.: Pearson Education Limited 2007, 62-94. [D]


Tolkien, J. R. R.: ‘The Monsters and Its Critics’. (1. Aufl. 1936) Nachdruck. In D. K. Fry (Hg.): The Beowulf Poet. A Collection of Critical Essays. Englewood Cliffs (N. J.): Prentice Hall 1968, 8-56. [D]


White, Judy Anne: Hero-Ego in Search of Self. A Jungian Reading of Beowulf. New York et al.: Peter Lang 2004. [D]


Ausführliche Themen

Datierungen

1. Das von zwei Schreibern (1. Schreiber bis 1939 (scyran), anderer fortlaufend bis zum Ende (1939 (moste) bis 3182)) geschriebene Manuskript (British Library, Cotton, Vitellius A. XV) wurde nicht vor 685 abgefasst (Konsensus 2003). Datierungen reichen bis in das 11. Jahrhundert. Die Anfangsszene (Kriegszug Hygelac gegen die Franken) bezieht sich auf ein Ereignis um 520. (Orchard 2003, 6, 99)


Stilelemente

1. Stabreim (Langzeile)

a. Tolkien 1968, 36-37: „The very nature of Old English metre is often misjudged. In it there is no single rhythmic pattern progressing from the beginning of a line to the end, and repeated with variation in other lines. The lines go not according to a tune. They are founded on a balance; an opposition between two halves of roughly equivalent phonetic weight, and significant content, which are more often rhythmically contrasted [37] than similar - They are more like masonry than music. In this fundamental act of poetic expression I think there is a parallel to the total structure of Beowulf. Beowulf is indeed the most successful Old English poem because in it the elements language, metre, theme, structure, are all most nearly in harmony.”


2. Variation

a. Orchard (2003, 70-72) listet umfangreiche Variationen der fünf einfachen altenglischen Worte wig, hild, guo, beadu, heado, die alle irgendwie Kampf bedeuten, in Komposita (Kampfschwert tec.).


3. Wiederholung


4. Offenheit der Adjektive (vermutlich dem Stabreim geschuldet):

Personen werden sprachlich immer wieder neu beschrieben, anders als etwa bei Homer, wo bestimmten Personen immer wieder die gleichen Attribute / Adjektive zugeschrieben sind und geradezu zu Erkennungszeichen werden. („Zeus blauäugichte Tochter Athene“, „Der Pferdebändiger Hektor“,...); These von Whallon (1965)


Erzählschemata

a. Tolkien 1968, 34-36: „We must dismiss, of course, from mind the notion that Beowulf is a “narrative poem,” that tells a tale or intends to tell a tale sequentially. The poem lacks “steady advance” ... It is essentially a balance, an opposition of ends and beginnings. In its simplest terms it is a contratsted description of two moments in a great life, rising and setting …[36] There is in fact a double division in the poem: the fundamental one already referred to [youth and age: 1-2199; 2200-3182], and a secondary but important division at line 1887. After that the essentials of the previous part are taken up and contracted, so that all the tragedy of Beowulf is contained between 1888 and the end.“


b. Puls-Schema: Wie ein Herz „pulsiert“ die Erzählstruktur zwischen Entspannung und Anspannung, wobei die Phasenwechsel sich immer wieder verdichten und weiten.


c. An welcher Stelle wechselt der Erzähler zu einer Ich-Erzählung?

-vor allem im Drachehkampf und anschließend 2538ff, etwa 2694, 2752, 2773


d. : Typologien des Erzählens (Tiemo)

  • Mündlich oder schriftlich wiedergeben
  • eine Form der Darstellung. Man versteht darunter eine Geschichte in mündlicher oder schriftlicher Form, aber auch den Akt des Erzählens, die Narrativität.
  • ein Oberbegriff für Roman, Shortstory, Novelle, Märchen, Sage, Legende, Lehrstück, Anekdoten, Kurzgeschichten, Sagen und Erzählungen im engeren Sinne
  • ein eigenes Genre, d.h. eine Erzählung im engeren Sinne (Meist kürzer und vor allem weniger verschachtelt als ein Roman, wird ein Handlungsverlauf bzw. eine Entwicklung chronologisch und durchgängig aus einer Perspektive vorgestellt. Zur Handlung zeitversetzte Rückblenden werden, wenn überhaupt, z.B. als Brief oder Erinnerung direkt in die Handlung eingeführt.)

Erzählung auch gleichbedeutend mit Epik

  • Epik (griechisch επική (ποίησις) „zum Epos gehörende Dichtung“) ist – neben der Dramatik und der Lyrik – eine der drei großen Gattungen der Literatur und umfasst erzählende Literatur in Vers- oder Prosaform.Die Gattung ist in der Literaturwissenschaft ein aus der Poesiediskussion übernommenes Konzept einer grundsätzlichen und systematischen Gliederung der ehemals poetischen, jetzt literarischen Werke unter produktionstechnischen und aufführungspraktischen Gesichtspunkten. Die zumeist vertretene Gliederung definiert im Rückgriff auf die aristotelische Poetik die Felder Epik, Lyrik und Dramatik (aktuell wird auch der Sachtext hinzugezählt), die ihrerseits traditionell in "hohe, ernste und "niedere", komische Gattungen geschieden werden, in denen die Verwendung von Prosa und Vers für eine weitere Untergliederung der Stilhöhe sorgt.Ergänzt wurde das sehr unscharfe und abstrakte Konzept, das für viele literarische Traditionen der Neuzeit, wie etwa für den Roman, im Grunde keinen Platz hat, durch ein vielfältig untergliederndes Sprechen von Moden, Genres, und, jünger, Textarten und Textsorten.
  • Die Epik unterscheidet sich von der Dramatik und Lyrik durch grundlegende Merkmale der Gestaltung, der Kommunikation und der Funktionsweise. Zu diesen Merkmalen gehören:
  • Erzählen als charakteristische Form der Vermittlung zwischen Erzähler und Zuhörer bzw. Leser, wobei aus der Perspektive des Erzählers oder einer Figur erzählt wird (Erzählperspektive),
  • Vergegenwärtigung des Geschehens als Vergangenes oder ungebundener Umgang mit der Zeit (Erzählerzeit),
  • Gestaltung gesellschaftlicher Zustände,
  • Schilderung individueller Begebenheiten, Erlebnisse (auch als Stream of consciousness bezeichnet).

Begriffswandel

  • Bis zur Poetik des 18./19. Jahrhunderts ist die Epik eine Bezeichnung für die Kunst des Epos. Mit der zunehmenden Differenzierung der epischen Dichtung im 19. Jahrhundert und der Entwicklung der Prosa werden unter dem Begriff Epik alle Genres der erzählenden Literatur erfasst.
  • In der Übergangsphase von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft wandelte sich die Epik grundlegend und es erfolgt in Europa der Übergang von der Vers- zur Prosa-Epik. Damit diese differenzierte Welt greifbar zu machen war, mussten sich neue Erzählformen herausbilden. Dazu gehört z.B. der Roman. Gleichzeitig entstanden, bedingt durch die industrielle Revolution, effektivere Mechanismen zur Verbreitung und Herstellung von Literatur. Dadurch beschleunigte sich die Entwicklung der literarischen Formen und es entwickelten sich z.B. Formen wie die Novelle, die Glosse, die Kurzgeschichte und die Short Story.

Formen der Erzählung

  • GroßformenRoman, Epos, Satire, Parodie
  • Kurzformen - Erzählung, Novelle, Anekdote, Kurzgeschichte, Romanze (Literatur), Kalendergeschichte
  • KürzestformenSprichwort, Aphorismus, Rätsel, Zitat
  • Volkstümliche Formen Märchen, Sage
  • Didaktische FormenLegende, Fabel, Parabel/Gleichnis

Epos vs. Roman

  • Epos als Gestaltung einer »geschlossenen Lebenstotalität« mit festen Lebens-, Wert- und Sozialordnungen und verbindlichem Weltverständnis, dagegen der Roman als Ausdruck eines privaten Weltausschnitts und problematisch gewordenen Welt- und Ordnungsverständnisses.
  • Die antike Gattung 'Epos' ist neben Umfang und Thematik bestimmt durch den 'erhabenen' Stil, das Versmaك des Hexameters, Stoffelemente wie typische Szenen (Rüstung, Zweikampf, Massenkampf, Bestattung, Götterversammlung, Mahl, Feste), Beschreibung von Gegenständen (Ekphrasis), Kataloge (Aufzählungen), sprachliche Gestaltungsmittel wie Formeln (teilweise aus mündlicher Tradition der 'Oral Poetry' ererbt), schmückende Beiwörter (Epitheta ornantia), Vergleiche und eine unparteiisch-allwissende Erzählhaltung.
  • Roman ist gegenüber der pointierteren Novelle und der Kurzgeschichte − im Spektrum der literarischen Gattungen, das sich seit dem 17. Jahrhundert herausbildete, die Langform der schriftlich fixierten Erzählung.

Analyse – Erzähltheorie

  • Zeit
  • Ordnung
  • Dauer
  • Frequenz
  • Modus
  • Distanz / Mittelbarkeit - Erzählperspektiven
  • Fokalisierung – was weiss der Erzähler
  • Stimme / Erzählerrolle
  • Erzählschema - Abfolge der Ereignisse
  • Fiktionalität/Faktizität
  • Erzählmethoden (reflektierend, zeitraffend, zeitdilatierend)

Drachen-Thema (Tiemo)

Begriff

  • lat. draco, griech. drákon „Schlange“
  • echsenartige, meist geflügelte Mischwesen - verbinden Schlangen-, Krokodil-, Löwen- sowie hörnertragende und feuerspeiende Eigenschaften in unterschiedlichen Variationen miteinanderAls älteste Darstellung eines Mischwesens gilt ein Mensch mit Löwenkopf aus einem Mammutstoßzahn geschnitzt, aus dem Hohlenstein-Stadel im süddeutschen Lonetal, der zur Kulturstufe des Aurignacien (ca. 35.000 bis 22.000 v. Chr.) gehört. – auch ansonsten ist der Kopf meist ein Tierkopf (Ausnhame Zentauren)
  • werden in Mythologien und Märchen beschrieben - starke spirituellen Bedeutungsebene mit magischen Fähigkeiten oder übernatürlichen Kräften begnadet
  • in einigen Kulturen werden ihnen die kognitiven Fähigkeiten einer menschlichen Sprache zugeschrieben
  • Viele Wappen führen als Wappentier (Gemeine Figur) einen Drachen

Kulurkreise - Erzählungen von Drachen oder drachenartigen Wesen finden sich in fast allen Kulturkreisen der Erde:

  • In den christlich dominierten und beeinflussten Kulturen das Drachensymbol für die überwundenen Kräfte des personifizierten Bösen und unterjochter missionierter, unchristlicher Völker, aber ebenso auch Symbol der bösen, sündigen Kräfte des Menschen. Drachen stehen für die vom Menschen überwundenen Urmächte, aber auch nicht überwundene Urängste und Gefahren, die im Untergrund existierten, sowie dem Chaos sein.
  • In Asien haben Drachen eine positivere Bedeutung - häufig mit Brunnen, Regen und Flüssen, Glück und Wohlstand assoziiert….In einigen östlichen Kulturen waren und sind Drachen mit den Bedeutungsräumen um die Grundkräfte der Natur, Religion und dem Kosmos verbunden. Hier gelten sie als übermenschlich weise und stehen für langes Leben. Sie sind Wesen, die Menschen beschützen und beschenken (siehe Long - chinesischer Drache, Mang-gon thailändischer Drache). Darunter sind auch Wasserdrachen, die mit Kräften des Wassers in Verbindung stehen. In China stehen Drachen zudem für Glück, männliche Potenz, und waren ein Zeichen des Kaisers. Jedoch sind gegen diese mehrheitlich positive Tendenz vereinzelt auch Drachentöter in China bekannt, die Drachen töten, weil sie für Unwetter oder ähnliches Übel sorgen.In China begegnete das Symbol den China erobernden Mongolen, die es übernahmen und mit ihren weiteren Eroberungszügen in den Fernen und Nahen Osten brachten. Für die Kunst Vorderasiens sei das Drachenmotiv eine Neuerung des 13. Jahrhunderts. Eines der ersten Beispiele für die Übernahme des Motivs findet sich auf einem tauschierten Metallbecken in Nordsyrien. Ab diesem Zeitpunkt findet sich das Motiv Drache und Phönix in stilisierter Form auf Teppichen. Demnach wäre durch das Drachenmotiv die Vorstellung von Ungeheuern aus dem europäischen Kulturkreis überlagert worden.
  • Die Detailbeschreibung der europäischen und asiatischen Drachen enthalten aber sehr viele Ähnlichkeiten.

Beispiele

  • Lindwurm – germanisch abgewandelt Tatzelwurm – alpenländischmeist zweibeinig mit dem Hinterteil eines Löwen, aber auch vier oder mehr Beine sind möglich
  • Midgardschlange (Weltenschlange) ist in der germanischen Mythologie eine die Welt umspannende Seeschlange
  • Knucker – südenglischEin Knucker-Drache wird auch im Heldengedicht Beowulf erwähnt
  • Smok Wawelski - polnisch
  • Wyvern – nordeuropäisch, afrikanisch
  • Slawischer Drache – russ., bulg. smei, serb., kroat. Zmaj
  • Long – chinesisch und japanischim Gegensatz zu den europäischen Drachen, eher mit einer Gottheit als mit einem (böswilligen) Dämon zu vergleichen, es gibt aber auch bösartge Variantenerste Erwähnung 480-221 v.Chr - Symbol für das Kaiserpaar für Himmel und ErdeDas Aussehen des Drachen lässt sich folgendermaßen beschreiben: Der Leib ist der einer mächtigen Schlange, die Schuppen die eines Karpfens, der Kopf ähnelt dem des Wasserbüffels mit einer Mähne, auffällig ist auch der Bart und die zwei etwas längeren Bärte an der Nase, die vier Beine (mit variierender Zahl an Zehen, je nach Rang des Wesens) entsprechen denen des Adlers. Am Rücken entlang zieht sich ein roter Schuppenkamm, wie beim europäischen Drachen. Zudem entpringt dem Haupt ein Hirschgeweih. Das Gebiss des Drachen ist eher säugetierartig als reptilienartig (es gibt Schneidezähne, Eckzähne usw.) und mit dem eines Wolfes oder Löwen zu vergleichen. Der Nase, dem Halsansatz und dem Unterkiefer entsprang eine Art Bart. -> es gibt ansonsten typischerweise Wasserdrachen und FeuerdrachenDrachen sind insbesondere in China populär und der fünfklauige Drachen war ein Symbol der chinesischen Herrscher, der Phönix das Symbol der chinesischen Herrscherinnen.
  • Mang-gon – thailändisch und laotischauch als Wasserdrachen zu verstehen
  • Amphithere – mesoamerikanisch
  • Tiamat – babylonisch Salzwassergöttinabgewandelt daraus dann Leviathan - babylonisch und kanaanitisch, vorderasiatischDer Leviathan trägt vor allem Züge des Krokodils, aber auch des Drachen, der Schlange und des Wales, bzw bis zum Teufelswesen in der Bibel
  • Behemoth - jüdisch und vorderasiatisch - trägt vor allem Züge des Flusspferds, aber auch des Elefanten,des Wasserbüffels und einer Ziege.
  • Walisische DrachenIn der Artussage erscheinen zwei Drachen, ein roter und ein weißer. Sie stellen die Energie der Erde und die Kraft des Lebens dar. Sie erscheinen in den Voraussagen von Merlin. Der keltische Drache steht für Führungsqualität und Reinheit.

Entstehung des Drachenmythos:

  • Als Spuren Prähistorischer LebewesenAuf der ganzen Welt fanden die Menschen Spuren riesiger, prähistorischer Tiere, die sie sich nicht anders erklären konnten, als dass sie von gewaltigen Monstern stammen mussten. So lassen sich auch die deutlichen Unterschiede zwischen europäischen und asiatischen Drachen erklären:In Europa stießen die Menschen hauptsächlich auf Überreste eiszeitlicher Großsäuger. Es war für die Entdecker unübersehbar, dass es sich um große, massige Tiere handeln musste.In Asien fand man vorwiegend Dinosaurierskelette. Da die Wirbelsäule und der Schädel die Teile des Skelettes sind, die die Zeit meistens am besten übersteht, bestanden viele Skelette nur noch aus Kopf und Wirbelsäule. Für die damaligen Menschen muss es ausgesehen haben, als handle es sich um eine Art Riesenschlange.
  • als verzerrte ReiseberichteBei Drachen könnte es sich auch um verzerrte Überlieferungen von Berichten aus anderen Teilen der Welt handeln. Etwa um ausgeschmückte Krokodile und Warane. Letztere haben häufig einen Speichel, der wie Feuer "brennt". Außerdem könnte die gespaltene Zunge vieler Reptilien, aufgrund ihrer Farbe und da sie sehr schnell gezüngelt wird, für eine kleine Flamme gehalten worden sein.
  • als unbewusste Erinnerung an Dinosaurier Die wohl umstrittenste Theorie, die nicht davon ausgeht, dass es Drachen wirklich gab, geht davon aus, dass uns die Säugetiere, die zur Zeit der Dinosaurier lebten, unterbewusste Erinnerungen an diese Tiere vererbt haben.
  • Psychologische DeutungenIn der von Carl Gustav Jung (1875–1961) gegründeten Analytischen Psychologie gelten die in Träumen, Sagen, Mythen und Märchen auftretenden Drachen als Ausprägung des negativen Aspekts des sog. Mutterarchetyps. Während der Mutterarchetyp im Allgemeinen für die Vorstellung einer gebärenden und Schutz gewährenden Frau steht, symbolisiert nach C. G. Jung der Drache den Aspekt der zerstörenden und verschlingenden Mutter. Soweit der Drache erlegt werden muss, um die Hand einer Prinzessin o. ä. zu gewinnen, wird er teilweise auch als Form des Schattenarchetyps interpretiert, der die in der Prinzessin personifizierte Anima gefangen hält. Der Schattenarchetyp steht für die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge der Persönlichkeit, für jenen Teil des „Ich“, der wegen gesellschaftsfeindlicher Tendenzen in das Unbewusste abgeschoben wird. Die Anima, für Jung der „Archetyp des Lebens“ schlechthin, ist eine Qualität im Unbewussten des Mannes, eine „weibliche Seite“ in seinem psychischen Apparat. Nach dieser Ansicht symbolisiert der Drachenkampf also die Auseinandersetzung zwischen zwei Teilen der Persönlichkeit des Mannes.

Drachenkampf in mythologischen Erzählungen

  • die Ninurta-Mythologie, in der Giftdrachen, Löwendrachen und Schlangendrachen besiegt werden
  • der Kampf des Wettergottes Baal gegen das Meer
  • Marduk gegen Tiamat
  • Zeus gegen Typhon
  • Indra gegen den Vrithra.
  • Siegfried gegen Fafnir (Nibelungenlied)
  • Thor gegen Jormungandr (Ragnarök)
  • Beowulf erschlägt einen Drachen, wird jedoch tödlich verwundet
  • Herzog Krak, Gründer von Krakau, gegen den menschenfressenden Wawel
  • russische Bogatyri (Reiter) gegen Zmej Gorynytsch (russische und slawische Märchen)
  • der Heilige Georg bezwingt und tötet einen Drachen (christliche Mythen)
  • der Endkampf zwischen Gott und dem „Tier“ bzw. dem Drachen (auch: „die Schlange“, der Teufel, Luzifer oder Teufel) am Tag des Jüngsten Gerichts (Offenbarung des Johannes)

Orte, an denen der Legende nach ein Drache gelebt haben soll und/oder besiegt wurde:

  • Schöten bei Apolda - der Page Veit erschlägt die Lindwürmer und lässt deren Sümpfe zuschütten, dafür erhält er die Tochter des Grafen zur Frau und gründet das Geschlecht derer zu Vitzthum
  • Babylon am Euphrat − der jüdische Prophet Daniel vergiftete den weisen Drachen Tannin.
  • Damavand-Berg in der Provinz Māzandarān im Iran − der Drache Azhi Dahaka bleibt ewig an diesen Berg gekettet.
  • Drachenfels im Siebengebirge am Rhein − angeblich der Ort der Drachentötung durch Siegfried.
  • Élorn in der Bretagne − in diesem Küstenfluss lebte ein Drache.
  • Furth im Wald in Bayern − hier wird jährlich das bekannte Volksschauspiel Further Drachenstich gefeiert.
  • Geldern in Nordrhein-Westfalen − Wichard und Lupold von Pont besiegten einen feuerspeienden Drachen.
  • Klagenfurt im österreichischen Kärnten − ein Drache, der im Sumpf lebte, wurde getötet, siehe Wappen der Stadt.
  • Krakau in Polen − der Stadtgründer Krak tötete den Drachen Wawel, es gibt eine Drachenhöhle.
  • Lemberg in der Ukraine − ein Drache wurde vom Stadtgründer Fürst Lew erschlagen.
  • Ljubljana in Slowenien − Iason soll einen Drachen erschlagen haben, siehe Wappen der Stadt.
  • Metz in Frankreich − Bischof Clemens von Metz befreite die Stadt vom Drachen Graoully.
  • Pilatus (Berg) in der Schweiz − in den Bergfelsen bei Luzern lebten heilbringende Drachen.
  • Rouen in Frankreich − Erzbischof Romanus von Rouen erschlug den Drachen Gargouille, der im Fluss Seine lebte.
  • Schwarzenberg im Erzgebirge − Sankt Georg tötete den Drachen, der am Totenstein lebte. Siehe Wappen der Stadt.
  • Tarascon in der Provence − die Heilige Martha von Bethanien zähmte den Tarasque-Drachen.
  • Thunersee im Berner Oberland in der Schweiz − der Apostel der Schweiz Beatus hat den hier lebenden Drachen bekämpft.
  • Wales − ein Roter Drache diente Merlin zur Vorhersage der walisischen Zukunft, siehe Wappen von Wales.
  • Syrau im Vogtland (Mitteldeutschland) - ein Bauer tötete der Sage nach den Lindwurm oder Drachen im Syrauer Wald, der nach Menschenopfern aus dem Dorfe verlangte. Dieser besagte Ort außerhalb des Dorfes trägt heute noch die alte Flurbezeichnung "Drachenburg".
  • Kürbitz im Vogtland (Mitteldeutschland) - Die Sage berichtet von einem Drachen oder Lindwurm in der nähe des Dorfes, der von einem Ritter getötet wurde, welcher dabei sein eigenes Leben verlor und in der Kirche des Ortes beigesetzt worden sein soll.
  • Vogtland- Mehrere Sagen berichten von Drachen, die zum Haus gehörten. Manchmal fuhren sie mit einem Feuerstoß aus dem Schornstein des Hauses. Dabei muss es sich um gefährliche Schornsteinbrände gehandelt haben.

Drachentöter

  • Marduk besiegt den Chaos-Drachen Tiamat in der babylonischen Mythologie.
  • Teschub in der hethitischen Mythologie.
  • Achilles, Apollon, Herakles, Kadmos, Iason und Perseus in der griechischen Mythologie.
  • Erzengel Michael und Simson im Alten Testament des Christentums und Judentums.
  • Baldur in der skandinavischen Mythologie.
  • Siegfried in der germanischen Mythologie.
  • Beowulf in der altenglischen Epik.
  • Tristan in der altfranzösischen Epik.
  • St. Georg als bekanntester Vertreter der christlichen Heiligen in der Gattung Legende.
  • Prinz Gozu in der japanischen Mythologie.
  • Die Bogatyrs Dobrynja Nikititsch und Alyosha Popovich in der slawischen Mythologie.
  • Krak besiegt den Wawel-Drachen und gründet Krakau im polnischen Volksglauben.
  • Die Heilige Margareta von Antiochia ist eine der ganz wenigen Drachentöterinnen.

Drachen in der Bibel

Die alttestamentliche christliche Bibel und die hebräische Bibel enthalten ältere Erzählungen mit Wurzeln im vorderasiatischen Kulturraum Babylon und Kanaan, mit drachenähnlichen Wesen, unter anderem als Leviathan und Behemoth. Die Apokalypse schildert das Böse in Gestalt eines siebenköpfigen Riesendrachen. In der Apokalyptik übernimmt der Erzengel Michael die Rolle des Drachentöters. In der neutestamentlichen Geschichte der Kirche und der Heiligen, ist St. Georg besonders bekannt als Drachentöter für die gute - natürlich christliche - Sache. Er kämpfte gegen einen bösen Drachen, der eine Königstochter gefangen hielt, und befreite durch den Tod des Drachen nicht nur diese holde Jungfrau, sondern auch deren ganzes Volk von der Schmach, dem Drachen jeden Monat eine Jungfrau zu opfern. Eine versteckte Darstellung heidnischer, dem Christentum unterlegener mittelalterlicher Kulturen und Völker und deren gewaltsamer Missionierung.

Die christliche Drakontologie bezeichnet den Drachen als Allegorie des Teufels.

  • 5 Mose 32:33 – ihr Wein ist Drachengift und wütiger Ottern Galle.
  • Nehemia 2:13 – Und ich ritt zum Taltor aus bei der Nacht, vor dem Drachenbrunnen und an das Misttor; und tat mir wehe, daß die Mauern Jerusalems zerrissen waren und die Tore mit Feuer verzehret.
  • Psalm 44:20 – daß du uns so zerschlägest unter den Drachen und bedeckest uns mit Finsternis.
  • Psalm 74:13 – Du zertrennest das Meer durch deine Kraft und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser.
  • Psalm 91:13 – Auf den Löwen und Ottern wirst du gehen und treten auf den jungen Löwen und Drachen.
  • Jesaja 13:22 – und Eulen in ihren Palästen singen und Drachen in den lustigen Schlössern. Und ihre Zeit wird schier kommen, und ihre Tage werden sich nicht säumen.
  • Jesaja 14:29 – Freue dich nicht, du ganz Philisterland, daß die Rute, die dich schlug, zerbrochen ist. Denn aus der Wurzel der Schlange wird ein Basilisk kommen, und ihre Frucht wird ein feuriger fliegender Drache sein.
  • Jesaja 27:1 – Zu der Zeit wird der HERR heimsuchen mit seinem harten, großen und starken Schwert beide den Leviathan, der eine schlechte Schlange, und den Leviathan, der eine krumme Schlange ist, und wird die Drachen im Meer erwürgen.
  • Jesaja 30:6 – Dies ist die Last über die Tiere, so gegen Mittag ziehen, da Löwen und Löwinnen sind, ja Ottern und feurige fliegende Drachen, im Lande der Trübsal und Angst: Sie führen ihr Gut auf der Füllen Rücken und ihre Schätze auf der Kamele Höcker zum Volk, das ihnen nicht nütze sein kann.
  • Jesaja 34:13 – Und werden Dornen wachsen in ihren Palästen, Nesseln und Disteln in ihren Schlössern; und wird eine Behausung sein der Drachen und Weide für die Straußen.
  • Jesaja 43:20 – daß mich das Tier auf dem Felde preise, die Drachen und Straußen. Denn ich will Wasser in der Wüste und Ströme in der Einöde geben zu tränken mein Volk; meine Auserwählten.
  • Jesaja 51:9 – Wohlauf, wohlauf, zeuch Macht an, du Arm des HErrn! Wohlauf, wie vorzeiten, von alters her! Bist du nicht der, so die Stolzen ausgehauen und den Drachen verwundet hat?
  • Jeremia 9:11 – Und ich will Jerusalem zum Steinhaufen und zur Drachenwohnung machen und will die Städte Judas wüste machen, daß niemand drinnen wohnen soll.
  • Jeremia 10:22 – Siehe, es kommt ein Geschrei daher und ein groß Beben aus dem Lande von Mitternacht, daß die Städte Judas verwüstet und zur Drachenwohnung werden sollen.
  • Jeremia 14:6 – Das Wild stehet auf den Hügeln und schnappet nach der Luft, wie die Drachen, und verschmachtet, weil kein Kraut wächst.
  • Jeremia 49:33 – daß Hazor soll eine Drachenwohnung und eine ewige Wüste werden, daß niemand daselbst wohne und kein Mensch drinnen hause.
  • Jeremia 51:34 – Nebukadnezar, der König zu Babel, hat mich gefressen und umgebracht; er hat aus mir ein leer Gefäß gemacht; er hat mich verschlungen wie ein Drache; er hat seinen Bauch gefüllet mit meinem Niedlichsten; er hat mich verstoßen.
  • Jeremia 51:37 – Und Babel soll zum Steinhaufen und zur Drachenwohnung werden, zum Wunder und zum Anpfeifen; daß niemand drinnen wohnet.
  • Klagelieder 4:3 – Die Drachen reichen die Brüste ihren Jungen und säugen sie; aber die Tochter meines Volks muß unbarmherzig sein, wie ein Strauß in der Wüste.
  • Hesekiel 29:3 – Predige und sprich: So spricht der HERR: Siehe, ich will an dich, Pharao, du König in Ägypten, du großer Drache, der du in deinem Wasser liegst und sprichst: Der Strom ist mein, und ich habe ihn mir gemacht.
  • Hesekiel 32:2 – Du Menschenkind, mache eine Wehklage über Pharao, den König zu Ägypten, und sprich zu ihm: Du bist gleichwie ein Löwe unter den Heiden und wie ein Meerdrache und springest in deinen Strömen und trübest das Wasser mit deinen Füßen und machst seine Ströme trübe.
  • Mica 1:8 – Darüber muß ich klagen und heulen; ich muß beraubt und bloß dahergehen; ich muß klagen wie die Drachen und trauern wie die Straußen.
  • Maleachi 1:3 – und hasse Esau und habe sein Gebirge öde gemacht und sein Erbe den Drachen zur Wüste.
  • Offenbarung 12:3 – Und es erschien ein ander Zeichen im Himmel; und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen.
  • Offenbarung 12:4 – Und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor das Weib, die gebären sollte, auf daß, wenn sie geboren hätte, er ihr Kind fräße.

Met im Kontext (Matthias)

Vortragsformen des Erzählens (Andreas)

Sprache

In welcher Sprache wurde Beowulf verfasst? Altenglisch. Das Altenglische geht aus einer Fusion der sogenannten westgermanischen, um 450BC in England einfallenden Völker (Angeln, Sachsen, Jüten) hervor. Quelle: Fortson 2004, 315-320. [Digitalisiert]

Nationalepos

Wann, wo and warum ensteht ein Bedürfnis, Epos national zu bestimmen?

Der Heldentod im Vergleich verschiedener Epen/Erzählunge

Rache-Motiv. 1138

Monster-Motiv: In welchem Kontext kommt historisch das Monster-Motiv auf?

Methalle

Berserker-Archetypen