Manas

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Inhaltsverzeichnis

Symposien

  • 14.Januar 2014 - 20:30 bei Andreas: Vorwort, Episode 1
  • 21.Januar 2014 - 20:30 bei Matthias: Planung der weiteren Schritte
  • 10.Februar 2014 - 20:30 bei Tiemo: Referate aus "12 Vorlesungen über die Geschichte der Türken Mittelasiens" & "Die Araber: Von der vorislamischen Zeit bis zur Gegenwart"
  • 6.März 2014 - 20:30 bei Andreas: Referate zum Koran
  • 24.März 2014 - 20:30 bei Matthias: Episode 1 & Anfang 2
  • 12.Mai 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1453
  • 12.Juni 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis II/1862
  • 7.Juli 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1120
  • 14.August 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/1940
  • 6.Oktober 2014 - 20:30 bei Matthias gelesen bis III/2486
  • 6.November 2014 - 20:30 bei Andreas gelesen bis IV/1150, und Recherche- und Leseaufträge vergeben zu vorislamischer Religion und Alltagskultur
  • 20.November 2014 - 20:30 bei Tiemo gelesen bis ungefähr IV/1543
  • 4.Dezember 2014 - 20:30 bei Tobias - Lesen: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Kontext: Totemismus-Wolf.Media:J_Paul_-Neue_Fischer_Weltgeschichte_-_Band_10_Zentralasien.pdf & Media:Bajalojewa-Kirgisen-Glauben-Vorislamisch-2002.pdf Gelesen bis 4/2197 (Ende des 4. Teils)
  • 8.Januar 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis 5/1176
  • 12.Februar 2015 - 20:30 bei Tiemo. Gelesen bis Ende 5
  • 26.Februar 2015 - 20:30 bei Andreas. Gespräch mit Kirgisischem Kulturverein vorbereitet. Zusammenfassung Media:Scharlipp-Frühe-Türken-Zentralasien-1992.pdf von Andreas
  • 19.März 2015 - 19 Uhr bei Tiemo. Treffen mit Kirgisischem Kulturverein. Fragen zu Manas für Experten
  • 25.März 2015 - Kinofil Flowers of Freedom
  • 26.März 2015 - 20:30 Uhr im Finnegans. Nachbesprechung des Treffens mit dem Kirgisischem Kulturverein
  • 28.Mai 2015 - 20:30 bei Matthias. Gelesen bis Teil 6
  • 18.Juni 2015 - 20:30 bei Tobias - Gelesen bis Teil 7 bis 610
  • 9. Juli 2015 - 15:00 - 17:00 an der HU - Videokonferenz mit der Al-Farabi Universität, Almaty, Kasachstan
  • 13.Juli 2015 - 20:30 bei Andreas - Matthias Dschingis Khan, Andreas Elmira
  • 31. August 2015 - 20:30 bei Matthias. Lektüre: Englische Fassung 2005, Tobias: 1. Teil (Vorgeschichte)
  • 1. Oktober 2015 - 20:30 bei Tobias. Lektüre: Englische Fassung 2005, Andreas/Matthias: 2. Teil (Manas' Geburt). Gelesen bis Teil 7 bis 1215
  • 15. Oktober 2015 - 20:30 bei Tiemo. Hör- und Seheffekt Tobias (aus * Media:Reichl-Singing-the-Past-2000.pdf). Gelesen bis Ende Teil 7 - Ende unseres Manas
  • 12. November 2015 - 20:30 bei Andreas. Resume zu Manas und Diskurs zu nächstem Thema
  • 23. November 2015 - 20:30 bei Matthias. Gedanken zum Übergang und Vergleich mit der postmodernen Filmkultur "Serien"

Enzyklopädische Einführung

Das Manas-Epos handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur.

Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manaschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Über seine Ursprünge gibt es verschiedene Ansichten: Manche Literaturforscher gehen vom 6. bis 10. Jahrhundert aus, andere vom 11. und 12., und wieder andere erst vom 15. bis 18. Jahrhundert.

Heute existieren mindestens 65 verschiedene gedruckte Versionen des Werks oder von Teilen davon. Eine neue Übersetzung des Gesamtwerks ins Englische durch Walter May wurde 1995, zum mutmaßlich tausendsten Jubiläum der Geburt von Manas, veröffentlicht und 2004 in zwei Bänden neu gedruckt.

Teile des Epos werden heute bei festlichen Gelegenheiten gern und häufig von Manaschis rezitiert, normalerweise begleitet von einer oder mehreren Komuz, einer gezupften dreisaitigen Langhalslaute, die von den Musikern ausgesprochen virtuos gehandhabt wird.

Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren sein. Ein Mausoleum einige Kilometer östlich der Stadt Talas soll seine sterblichen Reste bergen und ist eine beliebte Ausflugs- und Feststätte, wo seit 1995 im Sommer eindrucksvolle kirgisische Reiterspiele aufgeführt werden. Allerdings heißt es in einer Fassadenbeschriftung, dass das Mausoleum „... der ruhmreichsten der Frauen, Kenizek-Khatun, der Tochter des Emirs Abuka“ gewidmet sei. Der Legende zufolge soll Kanikey, die Witwe des Manas, diese Inschrift angeordnet haben, um die Feinde ihres Mannes irre zu führen und eine Grabschändung zu verhindern. Das Gebäude, bekannt als „Manastin Khumbuzu“ oder „Der Ghumbez des Manas“, wurde vermutlich 1334 errichtet. In der Nähe steht ein Museum, das Manas und seiner Legende gewidmet ist.

Inhaltliche Zusammenfassung

Teil 1

Geburt des Manas

  • 1-39: Beschreibung der Vorfahren des Manas und Hoffnung an seine Fähigkeiten.
  • 40-72: Geburt Manas und Prophezeiungen und Bestätigung durch den schon sprechenden in der Wiege liegenden Manas - er will den Muslimen den Weg öffnen.
  • 73-143: Beauftragung durch den Vater Jakyp Kan an Bakai Kan, Manas die Welt zu zeigen.
  • 144-152: Bakai Kan bestätigt den Auftrag.
  • 153-164: Kurzbeschreibung, welche Fähigkeiten Manas zum vierzehnten Lebensjahr erwarb.

Teil 2

Geburt des Alman Bet und Zusammenkunft mit Er Köktschö

  • 1-16: Geburt Alman Bets, als Sohn Kara Kans.
  • 17-65: Held Köktschö begründet sein Volk und trifft dabei Alman Bet.
  • 66-101: Die beiden Helden lernen sich kennen.

Alman Bet wird Muslime und will Familie und sein Volk missionieren

  • 102-125: In der Rede zu religiösen Dingen ensteht der Wunsch Alman Bets, den Koran zu sehen.
  • 125-164: Köktschö gibt Alman Bet die Möglichkeit den Koran zu lesen. Alman Bet will daraufhin Muslime werden
  • 165-177: Alman Bet und Köktschö werden Freunde.
  • 178-200: Alman Bet beschliesst, sein eigenes Volk, die Oirot, zu Muslime zu machen und inmitten der Muslimen flussaufwärts anzusiedeln (evtl metaphorisch gemeint).
  • 201-231: Alman Bet reitet zu seinem Vater und versucht ihn zu überzeugen, dass Kara Kans Volk konvertiert.
  • 232-274: Kara Kan bezeugt seinem Volk Treue und beauftragt sein Volk, Alman Bet zu töten, die sich in einen Hinterhalt legen.
  • 275-306: Alman Bet tritt wiederum vor seinen Vater und versucht ihn zu bekehren, dieser lehnt aber ab und verstösst ihn.
  • 307-335: Alman Bet spricht mit seiner Mutter, damit sie ihn nicht auch verstösse.
  • 336-449: Beim Verlassen trifft er auf das im Hinterhalt liegende Heer, töte alle Fürsten der Oirot.

Alman Bet lebt bei Er Köktschö, fällt aber nach einiger Zeit in Ungnade

  • 450-511: Alman Bet bietet sich als Freund und Unterstützer für Köktschö an und wird von diesem auch zu sich eingeladen (die Teile der Familie nomadisieren zusammen).
  • 512-552: Das Volk und vorallem die Frauen bereiten sich auf die Ankunft Alman Bets vor.
  • 553-590: Begrüssung Alman Bets durch die Frauen Köktschös
  • 591-619: Kleine Zwistigkeit zwischen Köktschö und seiner Frau Ak Erkätsch, weil sie sein Pferd nicht hält bei seinem Absteigen.
  • 620-697: Alman Bet wird besonders gut bewirtet und ihm wird eine Schlafstätte zugewiesen - am nächsten Morgen werden ihm zum Frühstück sogar zwei Stuten geschlachtet.
  • 698-719: Alman Bet lebte nun bei Köktschö und mehrte so seht den Wohlstand der Sippe, dass bei den Gefährten Köktschös Neid entstand.
  • 720-759: Die Gefährten intrigieren indem sie Alman Bet vor Köktschö bezichtigen, Ak Erkätsch des nachts beigewohnt zu haben.
  • 760-827: Köktschö lässt nach Alman Bet rufen, bevor dieser jedoch zu ihm reitet, offenbart er seine Verwirrung dem Vater Köktschös. Bei Köktschö wird er missachtet umd tritt einer verwirrten Gesellschaft gegenüber.
  • 828-856: Alman Bet werden Vorwürfe gemacht, ob er seinen Gastgebern vieles entwenden würde und ob Ak Erkätsch sich ihm ergeben hat.
  • 857-863: "Gegen Gott hilft keine List" und Verlangen nach Brandwein - evtl. ein Eingeständnis

Almat Bets Abkehr von Köktschö, Kötschkös Frau Ak Erkätsch spielt eine Rolle

  • 864-892: Köktschö bittet Alman Bet darum, Pferde und Kleidung für die Abreise zu erbitten, doch Alman Bet bittet um Köktschös eigenes Pferd und seine Kleidung.
  • 893-914: Diskurs über die Frage, wonach Alman Bet bitten dürfte (Blauer vs. gelber Schecke und ähnliches).
  • 915-927: Köktschtö fragt, warum Alman Bet nicht geht.
  • 928-999: Eskalation des Gesrpächs bis zur Verfluchung und Racheandeutung.
  • 1002-1002: Alman Bet kündigt die Freundschaft auf.
  • 1003-1006: Alman Bet zieht ab.
  • 1007-1059: Ak Erkätsch macht sich hübsch und bietet Alman Bet ihre Hilfe an, Köktschö umzustimmen, Alman Bet doch das passende Pferd und die passende Kleidung zu geben.
  • 1060-1094: Ak Erkätsch erklärt Köktschö, dass er zugrund gerichtet wird, wenn er Alman Bet ohne die erbetenen Dinge ziehen lässt. Köktschö soll Alman Bet auch erst am achten Tag entlassen, auch der Götter (& Kydir) wegen.
  • 1095-1099: Köktschö will sich nicht überzeugen lassen, auch wenn Ak Erkätsch ihn verliesse.
  • 1100-1110: Ak Erkätsch sagt ihm, dass Alman Bet ansonsten gewaltsam ihm sein Pferd entreissen würde und er Pferschaaren verlieren würde.
  • 1111-1114: Köktschö will seinen blauen Schecken und den blauen Panzer an Alman Bet übergeben und lässt nach ihm rufen.
  • 1115-1123: Alman Bet ist aber betrunken und lagert laut den Freunden im Schatten einer Tanne.
  • 1123-1132: Bei genauer Prüfung durch Ak Erkätsch ist er aber dann doch bereits fortgeritten - anstelle des blauen Falben nun mit einem Fuchs.

Manas und Alman Bet kommen zusammen

  • 1132-1134: Mamas hat einen Traum
  • 1135-1172: Auflistung der herbeigerufenen Gefährten
  • 1172-1215: Jakyp, Vater des Mamas, soll den Traum deuten; in-Aussicht-Stellung von Belohnung, verbunden mit Drohung ("deutet richtig er den Traum... Deuten meinen träum er falsch..."; (1206/1209). Deutet der Vater den Traum falsch, kommt dessen Sohn(!) nach Sibirien, USW (1210);
  • 1216-1297: Manas selbst macht sich zum Vater auf, mit Paradepferd prunkpanzer und legendärem Schwert, wiederholt das brimborium um den Traum, erneuert die Drohung bei fehldeutung (1283ff). Das Volk hat schon Angst um den Vater (und auch die Mutter)-scheinbar nicht zu unrecht.
  • 1298-1312: entspann adschy bai ("der verwirrtes stets gelöset...") die Situation: manas soll seinen Traum doch erstmal schildern.
  • 1313-1328: tut manas das endlich (Inhalt: Wild und geflügel fällt tot um, wenn Mamas mit Hund und Pferd zur Jagd geht...!?)
  • 1329-1360: nimmt Adschy Bai die Gefahr auf sich, den Traum zu deuten: " eines Fürsten trefflich Kind ... Wird wohl bei dir sich niederlassen." (1343-46)
  • 1361-1435: ist Manas begeistert, schenkt Adschy seinen Panzer, erweitert die Deutung dahingehend, dass er "des Fürsten Kind" als Alman Bet identifiziert.Es werden Vorbereitungen getroffen, dem Helden entgegenzufiebern, obgleich man nicht weiß, ob der in friedlicher Absicht kommt.
  • 1436: beginnt der Zug des Heeres, dem Alman Bet entgegen.
  • 1436-68: eine Teezeremonie
  • 1497: macht Manas einen Reiter in de Ferne aus.
  • 1513: erspäht auch Alman Bet etwas, dem er folgt und erkennt 1540-48, daß er einem Größeren, Mächtigerem folgt.
  • 1553-1576: trifft Manas Vorbereitungen zum Empfang des Fremden, von dessen Absichten man noch nichts weiß.
  • 1577: kommt Alman Bet, (Und ab hier drängt sich mir der Vergleich mit der Ankunft Siegfrieds bei den Burgundern auf) fängt eine Lerche im Galopp, verweigert das Gespräch mit dem Empfangskommittee, will nur mit dem Fürsten sprechen, wird 1648 von Adschy Bai tatsächlich zu Manas vorgelassen. Das Ganze hätte auch fürchterlich schiefgehen können. Der Text deutet es an
  • 1609-1610: "Alman Bet und Held Manas, wie nur werden sie sich grüßen?"- per Handschlag oder per Schwertstreich... Und in Alman Bets fatalistischem Ausruf, als er bei Manas eintritt: "Gottes Wille ist's, wer kann gegen seine Macht sich stemmen?"(1642/43) -tut es aber nicht!
  • 1690: Herzliche Begrüßung
  • 1700-1704: Teezeremonie
  • -1745: Kostbare Geschenke des Manas, die Alman Bet aber nicht annimmt, mit Ausnähme eines Pferdes (1745)
  • -1757: Manas will jetzt einen Wettstreit veranstalten (1757 ff) Jakyp Bai soll alles richten. Dieser verunsichert die Boten ab 1800 mit seinen Nachfragen nach deren Kenntnis der Herkunft ihres Volkes. Die sind unwissend. Jakyb deutet Überlegenheit Alman Bets an (1812/13); Wettreiten
  • 1831-39: wer ist Gewinner?
  • 1841-1862: kommt Mutter des Manas. Anblich des Manas uns Alman Bets erzeugt bei ihr Milchfluß. Alman Bet schlägt vor, daß jeder der beiden aus einer Brust trinke möge. Sie tun das und erzeugen so eine Brüderschaft, welche sich durch das anschließendßende Zechen verfestigt oder geradezu erst wirksam wird (1862)

Teil 3

Der erste Tod Manas im Kampf mit Köktschö

  • 1-351: Kampf zwischen Manas und Köktschö. Der Anlass des Kampfes ist unklar. 185ff.: Manas begehrt Köktschös Pferde und Herden, will sie zusammentreiben und Alman Bet geben. Hatto (73-74) verweist auch auf I,2: Köktschö behandelt Alman Bet zunächst als Nicht-Muslim in kritischer Distanz. 411-459: Manas sagt dem Zaren, dass er wegen Alaman Bet, dem K. Pferde verweigerte, ausritt und Köktschös Herden raubte.
  • 10ff.: Manas beugt sich vor dem (russischen) Zaren, zugleich Lob von Manas' Heldenkraft.
  • 161ff.: Manas dringt auf einen tödlichen Zweikampf mit K., mit Flinte und Schwert.
  • 232ff: Manas trifft nicht, wird selbst von K. ins Herz getroffen, schlägt angeblich heilende Medizin von Köktschö aus und flieht.
  • 281-284: Manas betet: "In der Hand des Schöpfers stand er, in dem Schutz des weissen Zaren."
  • 285-324: Manas ruft seine Freunde an, verbringt 20 Nächte "unterhalb der Erde", im "Jenseits".
  • 325-350: Unklarer Handlungsanschluss. K. stoppt den fliehenden Manas, der, K. selbst verfehlend, mit demselben Schwerthieb dessen Pferd erlegt.
  • 351-375: Manas übergibt Alman Bet die Herde, reitet zum weißen Zaren.
  • 376-513: Gespräch mit dem Zaren.

Manas will eine Frau - Kanykäi

  • 514-660: Manas kehrt zu seinem Vater Jakyp Bai zurück. Gespräch mit seinem Vater.
  • 563ff.: Manas will eine Frau von seinem Vater. "Ruht' noch nie in Mädchen Armen"
  • 661-744: Jakyp begibt sich auf Brautsuche. Reitet zu Temir Kan. Spricht zunächst mit Mängdi Bai, der zu Temir Kan gehört und als Unruhestifter beschrieben wird. Jakyp fragt nach der Tochter Temir Kans, Kanykäi, (schon in 632-633 vor Jakyp als Manas' mögliche Braut erwähnt) und sagt, er hätte vorher (?) schon vergeblich der Chinesen, Perser, Kirgisen und Inder Volk nach schönen Frauen durchstreift.
  • 744-763: Mängdi Bai reitet zu Temir Kan, um ihm Jakyps Bitte zu vermitteln, kritisiert dessen Anliegen aber (er hätte keine Brautgeschenke mitgebracht etc.).
  • 764-1003: Temir Kan beschimpft Bai als "zum Zank geborenen Sklaven", reitet zu Jakyp. Kan will Manas seine Tochter nur geben, wenn Manas mit dem "Schießen, Schlagen und Stechen" aufhört, Jakyp empört sich, sagt Kan, dass Manas sich seine Tocher mit Gewalt holen könnte. Daraufhin berät sich Kan mit seiner Frau und seiner Tochter, Bai und Fürsten. 937ff.: Nachdem Bai wieder Jakyp kritisiert hat, verweisen die Fürsten auf Manas' Stärke, raten, Jakyp ehrenvoll zu empfangen, und fordern, dass Manas Brautgeschenke bringt.
  • 1004-1120: Jakyp reitet zu Manas zurück, dieser akzeptiert die Forderung nach Brautgeschenken und macht sich mit seinen 40 Freunden auf den Weg zu Temir Kan.
  • 1121 - 1160 Mengdi Bai meldet Temir Kan den Manas und seine vierzig Freunde, die jedoch nicht auf Kriegszug sind, sondern Brautgeld für Kanykäi in Form von Pferden bringen. Die Herden müssen zur Erfüllung des Brautpreises vier Täler füllen.
  • 1161 - 1199 Mengdi Bai bewirtet in seinem Haus nur die vierzig Freunde des Manas mit Honigbranntwein, während Manas allein in der Steppe bleibt und in der Hitze Durst leidet.
  • 1200 - 1233 Die Gefährten bemerken, dass Manas allein in der Steppe verblieben ist und eilen um Vergebung bittend zu ihm. Dieser will entgegen ihrer Befürchtungen seine Gefährten jedoch nicht töten, sondern nur zu Verstand bringen. Darauf errichten sie ihm in der Steppe ein Zelt mit vierzig Flügeln.
  • 1234 - 1259 Die Schwägerinnen / Brautgeschwister der Kanykäi kommen geschmückt zu Manas, der Gold und Silbergeld in Fülle vor ihnen ausbreitet.
  • 1260 - 1279 Manas reitet allein zum Zelt der bislang unberührten Kanykäi. Dort isst er unbemerkt von ihrem Honig, trinkt Kumiss und "drückt das im Schlaf versunkene Mädchen heftig an sich".
  • 1280 - 1331 Die Fürstentochter Kanykäi erwacht und zieht ein Messer. Sie fordert den ihr unbekannten Manas auf, sie loszulassen und vom Lager aufzustehen. Als dieser sich als Manas vorstellt, welcher unzählige Stuten hergetrieben habe, fragt sie ihn, ob er einer der Hirten ihres Vaters sei. Als Manas die Kanykäi nun als verzärtelt bezeichnet, zerschneidet diese sein Gelenk am Unterarm mit ihrem Messer.
  • 1332 - 1380 Manas tobt und will nun lieber Junggeselle bleiben. Er bezeichnet Känykäi als Metze und Schlechteste ihres Volkes. Er will an ihr Rache nehmen und sie selbst Tiere hüten lassen.
  • 1381 -1419 Die Schwiegermutter versucht noch erfolglos, zwischen Manas und Kanykäi zu vermitteln. Da ihm aber ein Weib widersprochen hatte, steigt Manas mit seinen vierzig Gefährten noch in der Nacht zu Pferde.
  • 1420 - 1480 Die Diener von Manas treiben die Pferde Jakyp Kan´s und Temir Kan´s weg. Manas Gefährten - allen voran Alman Bet - dringen alles niederstechend auf das Heer Temir Kan´s ein, um Kanykäi gewaltsam zu holen.
  • 1481 - 1529 Kanykäi ahnt ihr Verderben, legt als Friedensstifterin seidene Kleidung an und bringt vierzig Mädchen den Gefährten des Manas zum Geschenk. Manas sieht die von ihm als "schlechte Dirne" bezeichnete Kanykäi mit ihren vierzig Mädchen als Beute kommen und lässt sogleich vierzig Lager errichten, um die Gefangenen "zu greifen, bei den Handgelenken zu fassen und zur Besinnung zu bringen".
  • 1530 - 1541 Kanykäi fleht zu Manas und bietet diesem sogar an, ihr ( der Dirne ) doch die Zunge abzuschneiden, wie man einem fliehenden Vogel die Federn abschneidet. Manas merkt, dass Kanykäi nun "zu Sinnen gekommen" ist und stellt klar, dass Vögel sich nur fliegend auf ein Zelt setzen.
  • 1542 - 1626 Das Mädchen in der Jurte Alman Bet´s ist hässlich, weshalb dieser eine andere fordert, da er mit Manas doch gleichgestellt sei. Kanykäi fordert daraufhin Altyn Ai auf, sich für Alman Bet so glänzend schön zu machen, dass dieser staunend in Ohnmacht falle.
  • 1627 - 1679 Temir Kan sammelt seine Reichtümer um sie Manas ebenso wie sein Mädchen zu geben. Mengdi Bai will ihn abhalten und berichtet Temir Kan, dass dessen Tochter Kanykäi dem Manas widersprochen habe. Da habe dieser das Volk vernichtet und dessen Habe geraubt. Manas habe der Kanykäi die beredte Zunge ausgerissen und sie "wie ein Schaf zu Schand gebracht". Dafür sollte Temir Kan den Manas umbringen. Temir Kan weist Mengdi Bai jedoch zunächst an, 90 Kamele mit Gold, Silber und Seide zu überbringen.

Der Tod des Manas - initiiert durch den Mengdi Bai - den Gefährten des Brautvaters

  • 1680 - 1699 In ihrem Haus diesseits vom Kalmückenvolke befielt Mengdi Bai den beiden Dieben Köktschö Kös und Kamang Kös dem Manas vergifteten Honig-Branntwein darzubieten. Diese stellen daraufhin ein Zelt auf, in dem der eintreffende Manas den vergifteten Branntwein trinkt.
  • 1700 - 1791 Manas versagt die Kraft und er ruft sterbend seine Genossen. Diese fragen ihn, wo sie ohne ihn leben sollen. Er rät ihnen, sich nach seinem Tod den Russen zu ergeben, da es unter dem mächtigen Zaren allen gut gehe und dort stets Recht geschehe. Dann entschwindet die "Fliegenseele" des Manas zu der "wahren Heimat".
  • 1792 - 1807 Die vierzig Gefährten errichten ein Grabgebäude für Manas und beerdigen ihn darin nach Trauerfeierlichkeiten mit diversen Opfergaben.
  • 1808 - 1942 Die Gefährten reiten zu Jakyp Kan und berichteten vom Tod des Manas. Sie fordern ihn auf, nicht vor Trauer zu versinken und wie früher zu Lebzeiten des Manas zu handeln. Sie und insbesondere Alman Bet würden noch leben und ihm eine Stütze sein. Jakyp Kan erinnert daran, dass Alman Bet an allen Unternehmungen des mit ihm vertrauten Manas beteiligt war, aber diesem stets der Ruhm blieb. Wenn der von Manas stammende Wohlstand abnehmen werde, müsse er, Jakyp Kan, fortziehen und aus Not auf die Suche gehen.

Nach Manas Tod

  • 1955 ff Manas ist tot, Jakyp regelt die Nachfolge (u.a. 1971 f: "den Befehl bei Kriegeszügen übergebet Alman Bet"). Obwohl es zunächst nicht den Anschein erweckt, leidet Jakyp doch sehr am Verlust des Sohnes (2019). Manas' Tod hat auch materielle Folgen (2026 "der Reichtum nahm jetzt ab", Jakyp, "wackelnd wie ein Trappenvogel... Will in Armut weiterleben" 2034 ff). Wir lernen 2043 ff. etwas über das Leben an einem Fürstenhof: Manas' Schwester hat offenbar nie das Haus verlassen - ein Privileg! Kanikäi, von Manas einst geraubt und vergewaltigt, pflegt offenbar die ganze Familie (2063 ff).
  • Ab 2070 kommen die Tiere des Manas ins Spiel: der Falbe, der Falke, der Jagdhund. Diese drei Leiden ernstlich unter dem Verlust des Manas und wiederum "von der Stimme dieser dreie wurden tief erregt die Herzen Aller" (2101 f)

Manas Wiedergeburt

  • 2106: Und so schickte Gott der Herr seine Engel - das zurechtzurücken! Sollte es ein Guter gewesen sein, der da verschieden ist, so soll er wiederauferstehen. Die Engel treten aus das Grab und es wird zum Weißen Haus (2184 f). "manas Stand lebendig auf." (2188), weiß zunächst wohl nicht, dass er tot war (2200).
  • 2203: Kanykäi sieht ihn im Traum, woraufhin Jakyp 2240 die 40 Gefährten des Manas holen lässt.
  • 2252 ff. wird klar, dass die drei Tiere nicht mehr sind, wo sie waren - der eigentliche und endgültige Schock für Jakyp (2280-90). Jako ist übrigens 80 Jahre alt (2308 - oder 90 (2327)) steigt aber aufs Pferd und reitet zu Alman Bet (2338). Die 40 nehmen seine Hoffnungen und Sorgen nicht so ernst wie erhofft (2372. f) - " Jakyp ritt zurück jetzt wieder" (2392).
  • 2454 wird der Koran als Bezugsquelle ausdrücklich erwähnt. Man entdeckt 2466 ff, dass das Grab durch eine Art Palast ersetzt ist und findet auch die Tiere, außerdem den Manas - bei ihm natürlich "ein trefflich schönes Mädchen" (2487). Manas weiß zunächst nicht, wer er einst gewesen, ist " ein anderer geworden"(2542-48), erkennt dann aber Frau, Vater, Mutter, deren Milch er wieder trinkt (2621).
  • 2636-46: Bestätigung der ruhmreichen Rolle Kanykäis während Manas' Abwesnheit. Für diesen scheint seinen Auferstehung eine Läuterung gewesen zu sein: "Die bescheerte Speise essend, über alle Völker herrschend, sich vom Zaren Segen holend,lebtenherrlich jetzt Manas, alle Feinde flohen ihn,so erreichte er sein Ende."(2681-86) - Bis ans Ende seiner Tage.

Teil 4

Die Planung einer Totenfeier bei Bok Murun und Manas Rolle dabei

  • 1 ff: Bok Murun soll eine Gastmahl zu Ehren des Abgangs von Kan Kökötoi veranstalten und bestimmt den Boten die Gästeliste und die Forderungen an die Gäste. Wenn die Gäste nicht kommen, sollen sie gezwungen werden.
  • 65 ff: Es werden die Gäste genau umschrieben - unter ihnen auch Manas, Köktschö, Chinesen, Russen - Freund und Feind.
  • 175 ff: Bok Murun berät sich, wie er das Fest bereiten soll, was Mahl, Pferderennen, "wie das Himmelreich gewinnen", wo die Gäste versammeln und wie die Reise zur Vorbereitung des Festes unternehmen.
  • 245 ff: Jemand (Manas?) wird als Hitzkopf beschrieben, der kommen mag wenn er will.
  • 252 ff: Perspektivwechsel auf die Boten, die die Gäste einladen - Manas (zusammen mit Alman Bet); Umgang mit den Boten; die Boten erwarten den Tod; Manas spricht nicht zu ihnen.
  • 281 ff: Wegen eines schlechten Spiels mit Alman Bet ist Manas stark erzürnt; Alman Bet versucht ihn zu besänftigen, aber Manas erkärt die Notwedigkeit seiner Taten wider dem Boten. Der Bote wird letzlich durch Manas Gefährten gevierteilt.
  • 383 ff: ƒAm nächsten Morgen ruft er nur in Hemd und Unterhosen alle 40 (?) Gefährten zum Aufbruch und Ritt zu Bok Muruns Gastmahl; Beschreibung von Einzelheiten des Aufbruchs (Zelt, Tigerdecke, etc.)
  • 395 ff: Manas bechreibt, dass man sich die Beute hole, sollte man nichts (im Pferderennen?) erringen können.
  • 405 ff: In der Nähe des Gastmahls (die Muslime und Gjauren von weitem sehend) erkennt er den Kampf zwischen den Gästen und will sie auseienander treiben.
  • 438 ff: Die Beschreibung der Kämpfe, in die sich Manas einmischt und alle vertreibt bzw. besiegt und so die Kämpfe beendet.
  • 473 ff: Vier Tage später kommt Bok Murun (oder Koschoi?) zu Manas; Manas klagt seine Verspätung an, doch Bok Murun versucht ihn zu besänftigen.
  • 520 ff: Bok Murun befragt Koschoi , wie das Fest zu bereiten sei und wie die Gjauren und Muslime zu gewinnen (gegen sie gewinnen?); "Manas mög die Haufen ordnen;"Manas verweigert den Auftrag (obwohl doch schon erledigt???).
  • 540 ff: Sprung zur Ankündigung der Pferderennen durch Uerbü, was aber Manas wiederum so erzürnen lässt, dass er Uerbü jadt.
  • 584 ff: Kan Koschoi soll die Ordnung des Festes bestimmen; Koschoi lehnt aber ab, da es ihn nicht interessiert; Manas macht daraufhin seinen Vorschlag, wie das Fest organisiert sein soll (Fest und Rennen erst im Frühling als Vorschlag); Koschoi stimmt zu.
  • 616 ff: Lange Beschreibung der Pferde, die die Späher beim Abritt beobachten, und Beschreibung des herbstlichen Abrittes.
  • 773 ff: Währen Bok Murun sein Volk "besichtigt", verlangt der Fürst der Chinesen Kongyr Bai das Pferd Bok Muruns Manykär und droht ansonsten.
  • 808 ff: Bok Murun will sich mit seinem Volk beraten. Man rädt ihm, sich wiederum mit Manas zu beraten.
  • 828 ff: Manas berichtet von ähnlichen Geschichten und berät. Abschluß:"Was (Warum etwa) willst du ihm dieses geben"

Das Fest beginnt mit verschiedenen Wettkämpfen

  • 917 ff: Das Fest beginnt mit einem Wettlauf, zu dem Joloi eine Alte schickt, die drei Monate rennt und am Ende die Mitläufer betrunken macht und so fast gewinnt; Er Töschtük gewinnt aber dann doch.
  • 976 ff: Als nächste gibt es einen Ringkampf; als Preis 60 Pferde; Manas versucht jemanden zu finden, der für ihn kämpft gegen Held Joloi.
  • 1110-1149: Ein Kämpfer ist gefunden - Koschoi; Manas bittet ihn, besondere Hosen, die Manas hat fertigen lassen, zu tragen.
  • 1150-1165: Koschoi zieht sich die Lederhosen an.
  • 1166-1181: Koschoi will Manas' Hosen auch nach dem Kampf, sollte er gewinnen, behalten.
  • 1186-1258: Der Ringkampf zwischen Koschoi und Joloi. Koschoi gewinnt, nachdem er, von Joloi auf den Boden gedrückt, vom ergrimmten Manas mit der Knute geschlagen worden ist.
  • 1259-1341: Bok Murun ruft zum Lanzen-Wettkampf zu Pferd. Manas gewinnt gegen Kongyr Bai,"dem Fürsten Chinas".
  • 1342-1402: Bok Murun bindet ein Kamel an einer Grube mit 60 Silberbarren (Jamben) an - es ist der Gewinn - und fragt, wer es "mit den Zähnen lösen könnte".
  • 1349-1404: Als Orongo, eine Frau "vom Heidenvolke", es tief gebückt zu lösen versucht, wird sie von Koilu Bai "wie von einem jungen Stier" penetriert. Ausführliche Beschreibung der Szene. Orongo kriegt schließlich den Preis.

Das Pferderennen

  • 1405ff. : Pferderennen nach Kokand. Das zieht sich bis 1550. Manas (der "wilde Trotzkopf" (z.B. 1483 oder 1532) geht ab 1533 in Führung. Dem überholten Joloi wird sein wunderpferd atsch Budan getreten und umgestoßen.
  • Also (1555) entsteht ein "wilder Kampf" mit Lanzen, Beilen, Schwertern, Bögen. Joloi macht Beute 1565 f).
  • Alman bet wird verwundet (1576 ff), wird sogar leicht kritisch gegenüber manas (1605 ff), fängt sich aber prompt einen Auftrag ein: (1615 ff) alman bet soll die Waffen des manas vom Waffenschmied holen. Auch zu köktschö soll er reiten, den (uns bekannten) blauen Schecken holen.
  • Anschließend kann er gleich weiter zu jamgyrtschy um dessen Korallen einzusammeln. An zwei weiteren Stationen soll alman bet dann schließlich noch Segen holen - und los geht's. Der Schmied namens tökkör liefert (1665 ff). Der "Trotzkopf" manas tituliert den Waffenschmied beständig " Hitzkopf" (1683 ff). Köktschö hingegen scheint den Schecken zu verweigern.
  • Die vierzig Freunde machen sich auf, das gerade zu Rücken (1700 ff). Aber auch des joloi pferdeherden will manisch schnappen (1720ff) und zwar mit List und Tarnung (1725 f).
  • Wieder einmal soll es alman bet richten (1731f). Der kundschaftet das aus und empfiehlt die Tat.
  • In Vorfreude auf den Sieg gegen joloi macht Manas sich Gedanken über die Belohnung für den Schmied
  • (1757-1775): Pferde und Frauen.

Kämpfe und Frauenraub

  • 1779 ff. hat Jolois Frau einen Traum: sie sieht Manas und das Unheil kommen. Joloi hört aber nicht auf sie (1807 ff), will im Gegenteil selber angreifen, seinerseits Frauen rauben (1836 ff).
  • Jolois Frau wendet sich an den Sohn. Dieser soll dem Manas folgen, der sich (im Traum oder Wahrheit) die Pferdeherden schon genommen zu haben scheint - wie sie richtig sieht in Reaktion auf den Diebstahl ihres Mannes beim Trauertest des bok morun (1668 ff).
  • Die söhne bitten joloi, auf die Verfolgungsjagd gehen zu dürfen (1875 ff). Der will aber selber in den Kampf.
  • Lässt sich aber vorher noch durch den targyl tas mittels gebrannter Schulterblätter die Zukunft weissagen (1902 ff). Dieser rät eindringlich ab (1905-1920). Joloi ist erzürnt, will trotzdem los. Targyl warnt erneut (1931 ff). "Doch joloi folgt seinem Wort nicht" (1946), sondern trinkt einen und schwankt in den Kampf (1950 ff).
  • 1958: Perspektivwechsel! Wir sind jetzt wieder bei manas. Angriff auf joloi, den manas 2012 erblickt.
  • 2027 ff. warnt targyl den betrunkenen joloi erneut. Doch der hört natürlich erneut nicht, spaltet vielmehr dem Warner Den Kiefer (2043).
  • So ist er, unser "kan joloi... der den Stier als Muster nahm sich" (2049 f).
  • Manas der tiegergleiche jagt jetzt Joloi, den bergegleichen (2054 ff).
  • Gemeinsam mit Llman Bet tötet Manas den Joloi letztlich und " zog des Weges weiter"(2084).
  • Die Söhne Jolois wollen Rache, werden aber beide von Alman Bet getötet (2108).
  • Alman Bet berichtet das dem Manas und der befiehlt: "Lasst Jolois Volk uns nun vernichten" (2131).
  • Auch der Schmied soll natürlich, wie versprochen, belohnt werden.
  • Die versprochenen Frauen für den Schmied und seinen Sohn werden dann auch gefangen (2166 ff). "Hier ist meine Schuld getilgt" sprach Manas (2178), sucht jetzt Muße bei Kaniykäi, deren weiches Fleisch er fasst. Als er aufwacht, schreit er aus Herzenslust und erfüllt sein Wort dem Schmied gegenüber.

Teil 5

Manas Frauen und Kanykäis Warnung

  • 1-40: Jakyp Bai denkt über den Wert von Manas drei Frauen (Kara Börük, Akylai und Kanykäi) nach und hält Kanykäi für die wertvolllste.
  • 41-158: Manas will den Wert von Kanykäi auf die Probe stellen und reitet mit seinen "vierzig Freunden" zu ihr. Kanykäi weiß davon und breitet sich mit zwei Dienerinnen vor. Sie bietet allen reichlich Branntwein an, kleidet sie in "Panzer", von denen "Flintenkugeln abprallen", gibt ihnen besondere Stifel und Sättel. Manas bleibt wohl recht lange dort, bis zum "Herbstes grauen Reif". Während dieser Zeit werden die Pferde fett und die Helden träge.
  • 159-235 : Manas will zu den Kalmücken unter der Herrschaft Ai Kans reiten, um dort "Kunde" zu erhalten. Kanykäi warnt ihn vorher, dass für die Pferde gerade ein Unglücksjahr ist, es ist zugleich das Jahr von Manas' 25. Geburtstag. Manas pfeift drauf, wird wütend und schlägt sie mit der "geflochtenen Knute", bis sich die Nähte ihres Hemdes lösen. Daraufhin lacht Kanykäi und wünscht ihm eine gute Heimkehr, verweist aber wieder auf das bevorstehende Unglück. Manas ist erneut erbos, verflucht sie, darauf verflucht Kanykäi Manas. Manas reitet ab.
  • 236-273: Kanykäi schickt einen Boten zu Manas, der ihn an das Unglücksjahr und ausstehende Opfergaben erinnern soll, Manas achtet nicht darauf.

Der Bruder des Manas - Kös Kaman

  • 274-575 : Alman Bet sieht recht erschreckt, dass ein "Heide ohne Bart" auf sie zugeritten kommt. Der "Freund" Kyrgyn soll erkunden, wer er ist. Es ist ein "Knabe". Als sich beide treffen, verstehen sie einander zunächst nicht. Dann kommt auch Alman Bet angeritten. Fragt den Knaben, nach Kyrgyn, erneut nach seinem Namen und seiner Herkunft. Der Knabe präsentiert sich als Bote des Kös Kaman, eines Bruders von Jakyp Bai, der in die Hände der verfeindeten Kalmücken fiel, als Bai sechs Jahre alt gewesen ist. Kaman soll anschließend unter Chinesen und den "Kyrym" gelebt und fünf Söhne haben. Der Knabe fordert einen Lohn für seine Nachricht. Alman Bet reitet jetzt zu Manas und berichtet vom Boten. Manas meint, nichts von Jakyp Bais Bruder zu wissen, will den Boten selbst sehen, der anschließend von Bet zu ihm gebracht wird.
  • 576-647: Manas ordnet an, die Aussage des Boten-Knaben bei Verwandten zu prüfen, ihn reichlich zu entlohnen, wenn es zutrifft, ihn zu "schlachten", falls er lügt.
  • 648-735: Alman Bet reitet zu Jakyp Bai, der bestätig, dass er einen Bruder namens Kös Kaman hat.
  • 736-774: Als Jakyp Bais Frau, die dabei sitzt, dies hört, äußert sie Furcht darüber, dass die fünf Söhne Kamans über Manas herfallen könnten, und beginnt, Jakyp zu schlagen, doch der lacht und sagt, dass all dies nur zu Manas "Heil" beitrüge, so wie "ein Zweig am Flügel wüchse".
  • 775-941: Alman Bet reitet zu Kanykäi und fordert von ihr den Botenlohn (Kamele und so weiter), erzählt ihr von Kalman und seinen Söhnen, reitet anschließend weiter zu Manas, der dem Boten nun seinen Lohn verspricht und ihn auffordert, zu Kalman zurückzukehren. Der Bote reitet zurück.
  • 942-1020: Manas verkündet seinen "Freunden", den Kalman fürstlich empfangen zu wollen, und reitet hierfür zu Kanykäi. Jetzt folgen ausgiebige Festvorbereitungen, Manas erfreut sich erst einmal selbst mit seinen Freunden an Brantwein und Speis und vögelt Kanykäi. "Und sie gackelt wie ein Gänschen, gurgelt wie ein junger Sperber", als er sie nimmt.
  • 1021-1176: Kalman und die Kalmücken kommen herbeigeritten, allgemeines Besäufnis. Die Kalmücken sind alle Heiden, Manas beschließt, sie zum Islam zu bekehren, was dann auch der Fall ist. Die Kalmücken lassen sich einen Vollbart wachsen, entfernen ihren Lippenbart, lernen wohl, den Koran zu lesen, und werden bechnitten. Manas, der "Trotzkopf", lässt die Kunde überall verbreiten und ein Pferderennen abhalten.
  • Verbrüderung der alten und neuen Moslems
  • 1215 Kös Kaman will Manas einladen
  • 1250 ff Alman Bet soll ihn fragen gehen
  • 1264 - 1285 rät Kanykai da aber ab, wittert Gefahr.
  • 1286-1304 erklärt Alman Bet den 40, dass Manas zu betrunken für die Reise ist.
  • 1304-16 will Seräk das nicht hinnehmen.
  • 1217 ff Alman Bet schlägt Seräk daraufhin.
  • 1327-73 schleicht sich Seräk ("mög er verderben") aber zu Manas, weckt ihn und dieser reitet los. Manas fragt nach Seräks Wunde (1375 ff). Seräk hetzt ( bis 1404) gegen Alman Bet.
  • Manas nimmt Alman Bet in Schütz ("der schlägt auch mich, wenn er inZorn kommt" 1412)
  • 1418 ff. Beim Gelage mit den neuen Glaubensbrüdern wird Manas angegriffen. 1446 mischt sich Kös kamen beschwichtigend ein. Manas geht nach Hause und schläft mit Kanykai.

Manas Kalmückenzug

  • Als er erwacHt (1454 ff) schreit er und ruft die 40 zusammen. man macht sich auf Kalmückenzug (1555)
  • Alman Bet ( mit Köktschögös) soll wieder kundschaften (1587 -1635)
  • 1654 ff. wird Köktschögös erkannt und festgenommen. Dieser wechselt die Seiten, will Manas bekriegen und die Frau rauben (1657)
  • Die Kalmücken Stellen ein Heer auf.
  • 1698 ff. soll Alman Bet wieder kundschaften. 1710 täuscht Köktschögös den Alman Bet.
  • 1750 empfiehlt Alman Bet dem Manas Ritt und Kämpf. 1780 kundschaftet er wieder einmal. 1839 ff. köpft er einen Alten, den er vorher ausgefragt hat und tarnt sich mit dessen Kleidung.
  • 1870ff reitet Alman Bet auf Befehl des Manas zu Altyn Ai. In deren Jurte wird er durch Unhöflichkeit beleidigt ( um 1895), erzählt (um 1900) eine Geschichte von Tieren, die er verloren habe. die Leute Altyn Ais wollen ihm ( um1925) töten. Alman Bet entwaffnet den Angreifer, verletzt Altyn Ai durch einen Biss ins Gesicht, verdunkelt (1975 ff) die Jurte mit Feuerrauch und Asche und entkommt.
  • 2006 - 2042 Altyn Ai deutet jetzt Alman Bets Tiergeschichte als eine Art Unheilsprophezeihung für ihre eigene Familie
  • 2043 ff droht Alman Bet daraufhin direkt.
  • Gegenüber Manas fordert Alman B et ab 2081 die Altyn Ai als Botenlohn, vergleicht sie 2100 gar mit Kanykai. manas verwehrt ihm diese Gunst aber 2116 f: falls diese so schön sei wie Kanykai, dann gehörte sie M anas!
  • Alman Bet ist konsterniert (2119 ff). Er fällt fast von Manas ab. bis dieser 2137 sagt, dass das doch nur ein Scherz gewesen sei. "Nimm die Altyn Ai dir, Freund."
  • Dann geht es aber endgültig auf Kalmückenfahrt. Ab 2142
  • Der Kampf währt bis zum Abend (2170). Da flieht M anas! - mit ihm Alman Bet. 2184 versucht Kyran Syrgak Alman Bet zum Bleiben zu bewegen. der ist aber stark verwundet (2209 ff). Alman Bet wiederum will jetzt Manas zum Bleiben überreden (2244). - Mit Erfolg! (2265ff) : "Die K almücken des Altai Alle Hieb er da zusammen." alman Bet raubt Altyn Ai. die 40 machen Beute.

Der Bruder vergiftet Manas Gefährten und fast auch Manas - die Gefährten werden wieder erweckt

  • Als die Beute verteilt ist reitet man heim. Unterwegs steht ein Haus (2390). das bietet sich für ein Besäufnis an. man trinkt, streitet, und Köktschögös, des Kös Kaman Sohn, vergiftet Manas und die 40. Alle sind bewußtlos, nur Manas kann noch auf einem Pferd fliehen. Köktschögös wirft aber ein Messer, trifft Manas an der Hand: "Fiel sogleich vom Pferde nieder, röchelnd al. da Held Mnas."(2419 f)
  • Kanykai spürt, das etwas im Argen ist, reitet mit Medizin im Gepäck dem Manas entgegen. 2435 ff. wird Manas gesund, erbittet vom Schöpfer die Rückkehr der 40'von den Toten. nach religiösem Zeremoniell in Mekka klappt das auch.
  • Kanykai hat einen Traum, kommt auf den Gedanken, ihn von Altyn Ai ( dem "Schwesterchen"- im Schicksal?) deuten zu lassen. (2484)
  • Deutung: ein Kind wird geboren werden ( ein Wolf mit blauen Mähne -2500).
  • Manas kommt nach Hause, will Altyn Ai erschlagen. Kanykai bringt in den letzten Versen des 5. Buchs den Gedanken des Mitleids und der Gnade ein.

Teil 6

Semytäis Geburt und Manas Tod

  • 0-45: 32 Jahre später ist Kanykäi schwanger und Manas liegt im Sterben. Er richtet Letzte Worte bezüglich des bald geborennen Kindes an seine Freunde und stirbt dann.
  • 46-73: Kanykäis Trauerrede
  • 74- 106: Jakyb möchte Kanykäi nun mit Manas jüngeren Brüdern vermählen, Kanykäi ist aber widerständig.
  • 107-160: Sie wolle niemanden freien, wenn Manas Kind ein Junge würde, ein Mädchen hingegen würde umgebracht werden und Kanykäi würde den klügeren Abäkä heiraten.
  • 161-176: Intrige von Schoruks Tochter und Abäkä zum Tödten des Sohnes wir initiiert.
  • 177-217: Der Sohn wird geboren und eine Alte hilft das Kind vor dem Morde zu verbergen und zu schützen.

Kanykäis Flucht mit dem Sohn

  • 218-391: da Manas Vater und die Brüder den Sohn töten möchten, flieht Kanykäi uuerst zu ihrem Paten Karym, der aber ablehnt, sie aufzunehmen. Daraufhin geht sie zu Bakai. Auch er hilft aber nur durch Kleidung und Nahrung.
  • 392-474: Sie zieht nun mit Manas Mutter Tschakan und dem Kind weiter zu ihrem Vater Kara Kan. Beschreibung des beschwerlichen Weges.
  • 475-531: Sie treffen zuerst auf Kanykäis Bruder, erkennen sich aber erst nachdem Kanykäi ihre Geschichte berichtet hat.
  • 532-591: Vorstellung des Kindes vor dem Volke und Namensgebung - Semätäi - Voraussage, wie das Kind heranwachsen wird
  • 592- 730: Nachdem Semätäi herangewachsen ist, reitet er zum Volk seines Vaters zurück, nachdem Kanykäi und andere versuchen, davon abzuhalten.

Semytäis Wiederkehr und Rache

  • 731-799: Zusammenkunft von Semytäi und Bakai, der seine Ankunft bei Jakyp Bai berichtet, aber auch den Vergiftungsplan des Grpssvaters und der Onkel mithört.
  • 800-841: Semytäi durch Bakai gewarnt entlaft den Vergiftungsversuch und schickt Bakai zu den Onkeln Abäkä und Köbösch, die ihm aber feindselig gegenüber traten.
  • 842-931: Bakai und Semytäi ritten danach gemeinsam zu den Onkeln, betranken sich, bis die Onkel vom Stuhl fielen, um dann die alten Gegenstände des Manas an sich zu nehmen und zu Kanykäi zurück zu reiten.
  • 932-980: Semytäi berichtete seiner Mutter und beschloss mit ihr wiederum zu Manas Volke zu ziehen, was mit grosser Ausstattung des Kara Kan began. Semytäi täuschte aber seine Mutter, und ritt dann durch das Land des Bakai zu Land auf dem Manas Schloss stand.
  • 981-1036: Kleine Herkunftssymbolik mit Eisennagel, infolge des will auch Kanykäi mitkämpfen. sie wird aber davon durch Anbinden festgehalten. Der Kampf der Herre endet in Festsetzung der Onkel.
  • 1037-1087: Kanykäi und Tschakan dürfen dann Onkel und den Vater von Manas zur Genugtuung umbringen.

Teil 7

Semätai als Führer

  • Vorneweg: auch "Semätai ließ nicht durch Vernunft sich leiten"! (1-2)
  • Semätai, jetzt Haupt der 40, fordert diese (11-32) auf, mit ihm auf Zug zu gehen.
  • diese ( jetzt 60-70 Jahre alt) wollen aber nicht (33-86), fürchten den Tod durch Semätai und ziehen fort.
  • Semätai verfolgt sie und holt sie ein (87-106)
  • will sie (107-140) zur Rückkehr bewegen.
  • ohne Erfolg (141-162).
  • woraufhin er nun aber wirklich böse wird (163-183): er " metzelte die Männer nieder, schlachtet ab die 40 Freunde, raubte ihnen ihre Kleider" (180f)
  • 185-235: der Held kehrt heim. Die Frauen zweier (70- jähriger und Gerade von Semetäi ermordeter) Helden sind schwanger. Und gebären just in dem Moment, da Semätai vom Pferd springt. Eins der Babys hat einen Blutklumpen in der Hand, das andere eine Rose. Semätai freut sich ohne gleichen, macht die zwei zu seinen Milchbrüdern, indem es sie (seiner Mutter) Kanykäi an die Brust legt.
  • beide werden natürlich zu Helden (235-254)
  • gleichwohl ist Semetai traurig (256). Er hat nämlich von einer Frau gehört, die keusch und zudem sehr geschickt im Nähen ist. (270f). Die Dame heißt Ai Tschörök und ist dummerweise dem Sohn des uns bekannten Köktschö anverlobt. (280). Wie dem auch sei: Semätai will sie holen - in Freundschaft oder mit Gewalt (290).
  • er reitet hin.
  • Kül Tschoro, einer der jungen Helden und Milchbrüder kündigt Sämetai an (326-343).
  • "da kam Ai Tschörök heraus, nahm den Sämetai zum Manne!" (344)
  • Die beiden jungen Helden beraten sich: Einer treibt die Pferde heim, einer reitet zu den Kalmücken. (349-383).
  • Doch "Kan Tschoro schlief ein und starb."(384)
  • Ümütöi, Sohn des Köktschö und Exbräutigam von Ai Tschörök bemächtigt sich jetzt der Pferde.(385-420)
  • 420-445 trauert der eine junge Held um den anderen.
  • 447-489: Semätai weiß um den TodKan Tschoros.
  • 490-523 Kül Tschoro vertreibt die sechs Heereshaufen der Pferdediebe, reitet zum toten Kan Tschoro.
  • 524-550 Kül sagt dem (toten) Kan, dass der doch nach Hause reiten solle. Er, Kül, würde hier die Stellung halten.
  • 550-565 Kan kommt zu Semätai. Der aber ist nun (wohl etwas enttäuschend für Kan) hauptsächlich verärgert, dass Kan den Kül allein zurückgelassen hat und zieht zu dessen Lager.
  • 565-592 Kül kämpft derweilen mit vielen Feinden, ermüdet nach sienen Tagen langsam.
  • 593-609 Semätai kommt an und Ümütoi merkt das.
  • 610-1927 (Matthias füllt das noch)

Fragen, Kurzeinträge, Thesen, Literatur

Fragen, Kurzeinträge

1. Teezeremonien und Pferde-Schenken II, 1460ff und 1700ff: Teezeremonien zur Aufnahme von Gesprächen und als Zeichen der Gastfreundschaft. Analog dient die Gabe von Pferden als Freundschaftsbeweis. 2. Manas der allmächtige Herrscher in allen Lagen als Krieger, Aufbrausender, Berater, Delegierender usw. IV-1150

2. Das Himmelreich erreichen: 4.174; 4.520 Kontext: Fest von Bok Morun, Wettkämpfe. Bedeutung unklar.

3. Fest bei Bok Morun: Höfische Züge. - Pferderennen - Ringkampf - Wettlauf - Pferd-Lanzen-Wettkampf - Vielvölker-Zusammenkunft,Freunde und Feinde vereint im Wettkampf - Sex - jeder bringt was mit - sich auszeichnen: Kampf, Besitz (Pferde, Waffen, Kleidung) - Kleiderrituale - Rituale der Bestimmung des Ablaufs - Konfrontationen, Konflikte, Testen eigener Machtbereiche - Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)

4. Komik: alte Dame im Pferderennen (4.943)

5. Nomadische Lebens- und Kulturform - wichtig für den Manas-Kontext - 2 Formen: 1. Ziehen dem Vieh und den Weidemöglichkeiten nach. 2. Treiben Handel als eine Art Vermittler zwischen natürlichen Barrieren (Wüste, Berge).

6. Islam-Referenzen: wirken oft willkürlich eingeschoben, überflüssig. Bsp. 4.1256: Ringkampf wird durch Manas eingreifen entschieden, Referenz zu Gott unklar.

7. Jamben (4.1345): nierenförmige Silberbarren.

8. Schamane-Wahrsager In 4/1902ff. wird ein Wahrsager erwähnt, der "Schulterblätter brennt" und hieraus dem Joloi dessen Zukunft prophezeit.

9. Epen-Motiv: das zerbrochene Schwert und der Schmied

Dieses Motiv findet sich in mehreren Epen, zentral natürlich im Nibelungenlied. In Manas: ist es Manas' Schwert, das von dem Schmied Tökör repariert wird (4/1620ff.).

Epenvergleich: Schlüsselthemen und vergleichende Charakteristik

1. Manas und Gilgamesh: Freundschaft Manas und Alman bet verhalten sich wie Gilgamesh und Enkidu.

2. Manas und Nibelungenlied: Gunst, Gaben und Bündnisse

In beiden Epen geht es immer wieder um gegenseitige Gunstbezeugnisse, Gaben und das Schmieden von Bündnissen.

Übergreifende Thesen

1. Einheit in Islamisierung begriffener Turkvölker

Manas verkörpert den Führer eines unter ihm vereinten Verbundes verschiedener Turkvölker, die sich zum einen im Prozess der Islamisierung und zum anderen im Konflikt mit mehreren Großmächten (Chinesen, Russen) befinden. Dabei wird Manas' besondere Geburt (unter einem Apfelbaum mit Prophezeiungen seiner Führerschaft), seine individuelle Kampfstärke und sein wachsender Einfluss durch Freunde, Bündnisse und Siege beschrieben.


2. Der ewige Wilde (Bezug: I,3)

Stärker noch als der junge Gilgamesh und ohne höfische Einbindung, wie im Fall von Siegfried, zeigt Manas in diesem Abschnitt seine schier ungebremste Machtfülle, indem er ohne zu zögern und ohne klare Motivationslage einen tödlichen Zweikampf mit Köktschö sucht, von einer eigentlich tödlichen Verwundung wieder genest, obwohl er zuvor heilende Medikamente ausgeschlagen hat, sich zwar zunächst an einige Rituale der Brautwahl und Vermählung hält, dann aber seinen Trieben freien Lauf lässt und seine Auserwählte unter Androhung brachialer Gewalt an ihn bindet, quasi im Vorbeigehen und wieder in unklarer Motivationslage die Heere des Vaters der Braut und seines Vaters Jakyp (den er vorher schon drohte, selbst zu töten) niedermacht und fröhlich seine "vierzig Freunde", die für ihn töten und zugleich seinen tödlichen Zorn fürchten, mit einem Harem versieht. Manas hält sich weder an Abmachungen noch an irgendwelche moralischen Codices, geschweige denn an den Koran oder Verpflichtungen aus Verwandtschaftsverhältnissen. Er bewegt sich viel und schnell, auf Pferden, von einer kurzen ruhigen Phase in den nächsten Kampf, begleitet von der weiten Steppe und den Bergen, umringt von mächtigen Feinden. Manas erfährt als Held kaum die Spur eines reflexiven Charakters, ihm scheint keine an Prinzipien gebundene Innerlichkeit anzugehören, er lebt ganz im Außen, in einem weiten Raum, in den er, geleitet durch Reiz und spontane Reaktion, seine Triebe, seine Kraft und seine Jugendlichkeit ("hatte noch nie ein Mädchen in meinem Arm") ergießt - bis ihn, wie Siegfried, die List der Anderen (hier ein Gift) anscheinend endgültig auslöscht. Alle Arten von begrenzenden Referenzen - Familie, Prophezeiung, Islamisierung, Gebete zu Gott, Unterwelt-Aufenthalte, Erfahrungen von Schmerz, Krieg und Tod, Verlangen nach menschlicher Nähe, Freunde, das Leben in Gemeinschaft, Apelle, er solle mit dem Schlachten aufhören - gehen spurlos an Manas vorbei, sind nur Geäst einer Ornamentik, in dem das Feuer einer Steppe brennt, das keine Schatten in ein Inneres wirft; ein Feuer, das nur brennt, um leuchtend-unversteckt zu sein, was es ist - oder was es meint, sein zu müssen. Genau hier entsteht auf der Interpretationsebene dann auch das klassische Dilemma, dass der beobachtend-lesende Kulturmensch den natürlichen Wilden zwar respektiert, aber als Typus immer in zvilisatorische Entwicklungsmodelle einbaut, die ihn einer primitiven Phase zuordnen. Vielleicht liegt hier auch der Anspruch des Epos an uns: können und sollten wir diese Einordnung fallen lassen, die Andersartigkeit des Wilden nicht als transitorisch aburteilen, sondern als quasi ewige Wahrheit hinter einer anthropologischen Fassade eurozentrierter Aufklärung akzeptieren?


3. Wolfs-Natur als Bindeglied zwischen Glauben und Kultur

Eine Spur zum Verständnis der Glaubenstruktur und des sozialen Überbaus führt in ein als Totemismus betiteltes Wissensfeld, in dem ein (teils als blau-grauer) Wolf eine zentrale Rolle bei den Turkvölkern spielt. Der Wolf wird mit einem Schöpfungsmythos der jeweiligen Stammeslinien verbunden: er kreuzt sich etwa mit einem Menschen, hieraus gehen alle Stammesnachfahren hervor. der Wolf druchdring auch mit fast allen Körperteilen (Magen, Galle, Kopf, Krallen, Fell etc.) das Feld sozialer Praktiken (Geburt, Tod, Gesundheit-Medizin). Sekundärliteratur: Paul: Weltgeschichte, Position 1312 (Religion und Kunst) und Bajalojewa: Kirgisen, S. 11-26. Wolfs-Referenzen in Manas: 4/1286: "der wolfäig'ge, der graubärt'ge Manas".

4. Manas- Der Gott auf Erden

Manas ist tyrannisch-willkürlich, weise-beratend, wissend und lüsternd, Kind und Mann, kurz alles in Einem, kreisend um ein scheinbar nicht besetztes, leeres Zentrum seiner Identität, fundiert in einer verborgenen Rationalitätsform, die seine Macht legitimiert (eventuell führt die Spur des Wolfes hier hin). Diese Gott-Artigkeit wird im Kontext vom Fest des Bok Morun (4. Abschnitt) sehr deutlich: - Willkür: Manas lässt einen Boten vierteilen. Er erwähnt, dass man sich die Beute, den Gewinn selbst holen wird, sollte man auf den Wettkämpfen nicht gewinnen. 4.281, 4.395. - Berater und Schlichter zwischen Bok Morun und einem chinesischen Herrscher, Thema: Pferde-Handel. - Motivierer-weiser Herrscher, der Ratschläge erteilt: Ringkampf. 4.1110. - Ritual-Kenner: weiß, wie man sich Kleiden muss, was dazu gehört. - Feste feiern: weiß, wie man das macht. - Schlachtführer und Schlichter im Krieg - bärenstark, und doch unerfahren-dumm wie ein Kind ("Trotzkopf" genannt)

Literatur, Quellen Links

Basisliteratur

Zusatzquellen

Ausführliche Themen

10.Februar 2014: Türkisierung Zentralasiens ab ca 6 Jh. n Chr. bis 13 Jh.

aus Media:Menzel-Schaeder-Geschichte_der_Türken_Mittelasiens-1935.pdf

  • Herrschervölker in der Mongolei und in Turkestans

Im 6. Jahrhundert fielen die heute als On-Ok bezeichneten Kök-Türken in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte. 745 übernehmen die Uighuren bis 840 als ein weiteres Türkvolk neben Oghuzen, Seldschuken & Chasaren die Macht in der Mongolei.

Uighuren waren zum Teil Nomaden (es gab aber auch stadtartige Siedlungen). Ab 840 herrschten die Jenissei-Kirgisen in der Mongolei, Nomaden wurden nach chinesisch Turkestan vertrieben und wurden da teilweise sesshaft. (Weitere dokumentierte Türkvölker ab dem 10 jh. : Ghuzen, Garluq, Tughuzghuz, Turkmenen, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken.) Die Islamische Periode startet bei den Türkvölkern ab dem 11.Jahrhundert - Vereinigung der Iranier Persiens und Mittelasiens -> Migrationsbewegung von Persern nach Osten. Im 11 Jh. kriegerische Auseinandersetzungen nach Süden mit den Tibetern. Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten Seldschukenreiches (Türkvolk) In der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts befand es sich unter der Oberherrschaft der (nichtmuslimischen) Qara-Chitai bevor diese durch die Qarachniden und später den Mongoleneinfall (Dschinghis Khan) verdrängt wurden

  • Türken vs. Araber/Perser

Das Wort Araber existiert zur Zeit der Orchoninschriften (730) noch nicht.

Türkvölker wurden im Unterschied zu Iraniern nicht durch Araber aus dem Westen unterworfen. Die Araber im Westen wehrten nur die Angriffe auf die „Kulturländer“ ab (705-715). Ab 8. Jh. bauten Araber Wälle gegen die Menschen im Osten.

Auch die Samaniden (Iranier/Perser) vergrößerten den gebietsmässigen Einfluss des Islam nur unwesentlich, aber der kulturelle Einfluss auf die Türken wuchs, zum Teil kam es kurz vor dem Fall der persischen Sassaniden (9./10. Jh.) auch zu Bündnisse, die den kulturellen und religiösen Austausch verstärkten.

  • Religion

Türkvölker blieben lange (insbesondere in Ost-Turkestan) schamistisch mit wenig Einfluss durch Buddhismus und Islam. Buddhismus hatte bereits um 600 Einfluss auf die Türken. Nach dem Sieg über die Perser (Sassaniden im 9 Jh) wurden die Türken Zoroaster (siehe Zarathustra). Ab 760 sind Einflüsse der Manichäer (Perser "Mani" als Religionsstifter, Kontakte der Türkvölker nach Babylon) und des Christentums bis nach Ost-Turkestan (chinesisch Turkestan wurde von Uighuren bewohnt, insofern hier auch budhistische Belege). Die Islam war ursprünglich (ab 7 Jh. im westlichen Teil Mittelasiens) nicht missionarisch tätig - die Türkvölkwer im westlichen Teil Turkestans wurden islamisch.

  • Handel

Handelsbeziehungen zu den Indern und nach China - später zu den Iraniern.

  • Validität der Quellen

Die Historie in der Mongolei und chinesischen Turkestan wurde durch chinesische Schriften dokumentiert, da die Islamische Welt diese Ereignisse kaum wiedergab. Mohammedaner (Araber/Perser) kannten und nutzen zwar die alten Handelswege nach Osten, es gibt aber kaum Berichte von den Türkvölkern im mongolischen Norden - generell gibt es in den umfangreichen geografischen Schriften der Mohammedaner kaum Berichte über die Türkvölker im Osten. Andererseits wurden veraltete Texte über Jahrhunderte wiederholt in der ismamischen Welt wiedergegeben, in denen man den Türken ihrer mächtigen Stellung in der isamaischen Welt nicht gerecht wurde.

  • Sprache

Die Sprache bei den Türkvölkern Zentralasiens wurde mit der Zeit das Persische und blieb im kleineren Maß das Türkische, im östlichen Teil nahm das chinesische seinen Einfluß.

auch noch am 10.02.2014: Die Araber (nach Heinz Halm)

- Araber ist, wer arabisch spricht - und das tun 280 Mio Menschen. Die Wortbedeutung ist unklar. Der Begriff wird bereits 853 v.Chr. für beduinische (also aus Kamelnomaden bestehende) assyrische Hilfstruppen benutzt. Auch bei Xerxes' Griechenzug 480 v.Chr. sind arabische Bogenschützen auf Kamelen dabei. Das Arabische ist eine semitische Sprache, verwandt also z.B. dem Akkadischen, dem Hebräischen, dem Aramäischen... Die Schrift hat sich, wie auch die griechische und die lateinische, aus einer phönizischen Urform entwickelt. Sie besteht aus 28 Zeichen - ausschließlich für Konsonanten.

- 64 v. Chr. kommen die Römer in die Levante, 30 v.Chr. nach Ägypten. Die Araber stehen also zwischen Persien und (Ost-) Rom. Bis zu Mohammed (etwa 570 - 632 n.Chr.) gibt es keine einheitliche politische Ordnung.

- Zur Zeit Mohammeds sind 3 von 5 Stämmen in Medina jüdisch. Im geographischen Raum gibt es auch viele Christen. Darüber hinaus werden weit verbreitet arabische Naturgottheiten verehrt. Die Kaba in Mekka ist z.B. ein würfelförmiger Tempel für den Gott Hubal. In Mekka selbst, wohlhabend wegen des vielbesuchten Tempels und der Lage an der "Weihrauchstrasse" vom Jemen nach Damasjus, gibt es keine christlichen oder jüdischen Gemeinden. Hier wird Mohammed um 570 geboren und tritt ab etwa 610 als monotheistischer Prophet auf, wird aber unterdrückt und bedroht, so dass er 622 ins 350 km entfernte Medina auswandert. Bei ihm sind "die Ergebenen" (die "muslimun", mit ihrer "Ergebung" oder "Hingabe" - dem "Islam"). In Medina entsteht die Urgemeinde, die "Gemeinschaft" (die "umma") und wird mächtig. Da göttlich eingesetzt, ist die umma unauflösbar. Nach 10 Jahren ist praktisch die gesamte arabische Halbinsel islamisch. Auch Christen, auch Juden, auch Mekka schließen sich der neuen religiösen Bewegung an. Der Gründer stirbt 632 in Medina.

- Die 4 ersten Nachfolger ("Kalifen") sind noch direkte Weggefährten des Mohammed. Sie alle sind Angehörige eines, eigentlich mekkanischen, Stammes. Schon unter den ersten 4 Kalifen gibt es eine starke Expansion des Islam, etwa nach Ägypten und Mesopotamien. Danach wird die weniger religiös inspirierte Familie der Umayyaden für 90 Jahre das Kalifenamt übernehmen und das Machtzentrum nach Damaskus verlegen. Die Nachkommen des 4. Kalifen Ali initiieren eine Aufstand gegen die Umayyaden, der niedergeworfen wird, was ihnen einen Märtyrerstatus ein- und die "Partei" der Schiiten hervorbringt. Die bis heute andauernde Spaltung des Islam ist damit angelegt.

- Die Expansion geht weiter: Im 8. Jh. sind etwa Buchara, Samarkant und Taschkent islamisch. Hier ist die "Front" zu den aus den nördlichen Steppen andrängenden Turkvölkern (und der kontextuale Schauplatz der Alman-Bet-Geschichte des Manas). 751 findet am Fluss Talass (in Kirgisien) ein Grenzgefecht mit den Chinesen statt. Etliche kriegsgefangene Chinesen sind Papierwerker, und so kommt die Kunst der Papierherstellung in die arabische Welt. Ein ungeheurer Schub! Somit wird Literatur möglich und Al-Arabiyya, die arabische Sprache ermöglicht einen Kulturtransfer im riesigen Raum von Toledo bis Samarkant. Mit gewissen Einschränkungen: Der Iran hatte sich der Arabisierung verschlossen. Hier gilt das (Neu-) Persisch ab dem 10. Jh. als Literatursprache. Die monotheistische Zarathustra-Lehre war dem Islam gewichen, allerdings vornehmlich in dessen schiitischer Ausprägung. Ägypten ist durch die Kopten bis ins 15.Jh. ein überwiegend christliches Land geblieben. Die (militärischen) Machtzentren waren aber schnell islamisch. Die koptischen Christen machen heute noch eine etwa 10 % starke Bevölkerungsgruppe aus. Wenig arabisiert wurde auch das berberophone Marokko. Die Expansion nach Nordosten wird durch Karl Martell bei Poitiers und Tours gestoppt.

- Die Umayyaden-Dynastie wird 750 abgelöst durch das "abassidische" Kalifat von Bagdad, das bis 1258 bestehen bleiben wird. Bagdad hat um 800 unter Harun al-Raschid 1 Mio Einwohner. Eine ausgefeilte Bürokratie entsteht mit Ämtern wie etwa dem Wesir (leitender Minister) oder dem Emir (eine Art Gouverneur). Die Bagdader Kalifen sichern ihre Macht durch die teilweise 20.000 Mann starke Militärkaste der "Mamluken". Das Wort bedeutet Sklave und beschreibt die zu Kriegsdiensten eingesetzten Gefangenen der nomadisierenden Turkvölker Zentralasiens. ("Mamluken" in Spanien und Nordafrika sind hingegen überwiegend Osteuropäer = "Slawen".) Die abassidischen Kalifen stehen meistenteils unter der Protektion von "Schutzherren", zunächst der persischen, schiitischen Buyiden, später der türkischen Seldschuken. Der Seldschukische "Sultan" (="Herrscher") residiert in Isfahan und hat neben (oder über) dem Kalifen in Bagdad die faktische Macht der arabischen Welt. An 1071 überrennen die Seldschuken das christlich-griechische Kleinasien. 1258 stehen die Mongolen vor Bagdad. Das ist das Ende des Kalifats.

- Noch einmal zum Kulturtransfer: Die Aristoteles- (bzw. die gesamte Antiken-) Rezeption (Platon fehlt allerdings fast ganz) kommt ab 800 über die christlichen Aramäer ins Arabische - und von dort über Spanien zurück nach Europa. Die "Sarrazenen" (nach dem griechischen Namen eines arabischen Stammes auf dem Sinai) erobern und prägen Al-Andalus. Die "Reconquista" verleibt sich Gebiet, Kultur und Wissen (in einem bis 1492 andauernden Prozess) wieder ein. Ibn Ruschd lebt im 12. Jh. in Cordoba. Auch die von den Indern übernommene Mathematik wird als Wissenschaft weiter etabliert. Viele Begrifflichkeiten ("Algebra"; "Algorithmus", ...) sind arabischen Ursprungs.